Tonträger

Tracklist

1.Ode To Isis
2.Will You Smile Again
3.Worlds Apart
4.The Summer Of '91
5.The Rest Will Follow
6.Caterwaul
7.A Classic Arts Showcase
8.Let It Dive
9.To Russia My Homeland
10.All White
11.The Best
12.The Lost City Of Refuge
13.Mach Schau
14.All Saints Day

AND YOU WILL US KNOW BY THE TRAIL OF DEAD

Worlds Apart

VÖ: 24.01.2004
Label: Interscope
Web:
www.trailofdead.com

Macht kaputt, was euch kaputt macht! Dieser Satz, könnte man meinen, würde ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead (im Verlauf dieses Textes nennen wir sie einfach ...Trail Of Dead?) gut umschreiben. Denn ihre Konzerte werden von zertrümmertem Musiker-Inventar gekennzeichnet, und auch deren Musik klingt wie ein zerborstenes Gesamtwerk. Dabei ist das Kaputtmachen nicht die Anschubkraft der Musik. Zumindest wenn es nach dem ...Trail Of Dead-Frontmann Conrad Keely geht, denn er will zusammenfügen oder reparieren. Sicherlich, diese These ist schwer nachzuvollziehen, vor allem wenn man zum ersten mal das Wagnis eingeht sich mit ihrer Musik auseinanderzusetzen. Diese bedarf zusätzlich einer Menge Hingabe und des Zwangs, aktiv zuzuhören. Aber das ist auch gut, gerade in Zeiten wo man Musik nur zum nebenbei Hören nutzt und fast alle relevanten Musikstile die Ideale über Bord geworfen haben. Da kommt ?Worlds Apart? gerade noch rechtzeitig. ... Trail Of Dead schnitzen Prog Rock aus der Verzweiflung des Punks, lassen Wut schnauben, aber das mit Konzept.

Die mittlerweile zum Trio geschrumpfte Band schickt uns durch bizarre Klangwelten. Pianobombast reiht sich an Wut, Walzertakt trifft auf russische Folklore. Manchmal klingt es, als wäre Keely der neue David Bowie, anschließend überrollt dich die Wucht der Instrumente. Dann auf einmal ein Schrei, der sich bis ins Mark zieht. Klingt chaotisch, aber ist es nicht, es ist der vermutliche Rettungsring der Rockmusik. Außerdem ist ?Worlds Apart? ein Album, das man in einem Stück hören muß, es wäre schmerzhaft für den Song, würde er von seinem Stammplatz gerissen. Weshalb ich in dieser Rezension auch keine der wundervollen Oden hervorheben werde, da es den gleichen Effekt erzielen würde wie beim Hören. Alles zusammen erzwingt einen Rauschzustand, dem man sich nicht entziehen möchte. Aber ...Trail Of Dead versuchen auch alles, um uns in diese Zustände zu bringen.

Da gibt es Zwischenrufe, die wie Zitate sind, und manchmal auch in das üble Gesicht der Rockmusik treffen. Auch kreischende Möwen und anderes Vogelgetier ertönen, und Geschrei klingt. Klassische Instrumente wie Geigen und Piano zwängen sich auch noch in diese Dichte mit hinein. Dieses Album ist kaum zu umschreiben (weshalb ich bei diesem Text auch mehrfach eine Schreibblockade hatte) aber fesselnd die ganze Zeit. Schon beim letzten Album namens ?Source, Tags & Codes? sprach man von einem fesselnden Meisterwerk, aber ?Worlds Apart? ist ein in klanggewordener Monolith!

10.02.2005 Hauke