Tonträger

Tracklist

1. Roll The Dice
2. Fastball
3. Sticks & Stone
4. Snip And Sneak
5. Uncrowned
6. Stronghold
7. 32 Runaway Road
8. Johnny Rattlesnake
9. Never Lose You Twice
10. Make It Matter
11. These Velvet Days
12. Living For Yesterday
13. Punkrock Sucks

One Fine Day

Faster Than The World

VÖ: 06.09.2004
Label:
Rockhit Records
Web:
www.onefineday.de

Musikalisches Logbuch, wir schreiben das Jahr 2004: Das Schiff namens "One Fine Day" hat die rauen Stürme hinter sich gelassen und steuert mit ihrem Label-Debüt "Faster Than The World" ruhige Gewässer an. Vorbei sind die Zeiten, in denen die fünfköpfige Crew von Tempo und Schwung gebeutelt an der Reling hing. Der Kapitän hat das Tempo stark gedrosselt, und damit er nicht mehr unter fremder Flagge segeln muss, nennt er sich jetzt nicht mehr Punk sondern Emo. Potzblitz! Zudem hört man unter anderen am Horizont von "Roll The Dice" auch noch ein aggressives Keifen, was auf einen Hauch von Screamo hindeutet. Tausend Buddeln Rum nochmal, das riecht doch sehr nach einem Anbiederungsversuch im Airplay-Hafen. Wer One Fine Day von früher kennt, wird schnell bemerken, dass aus dem liebenswerten Butterschiff ein gewienertes Clubschiff geworden ist.

Bombastisch und aufwendig ist der Sound ? dafür geht der Daumen ganz weit nach oben. Und wenn es schon nicht so schnell voran geht, dann soll es wenigstens rocken, was das Album mit Songs wie "Fastball" und "Snip And Sneak" auch macht. Allerdings schwappt "Sticks And Stones" dazwischen, mit dem One Fine Day mit Sicherheit auf jeden Boardercross-Soundtrack (??a skateramp / a rockshow / some girls who irritate you / I just wanna fly into the sky?) und zudem auf direktem Wege wieder aus dem Gehörgang heraus kommt. Das komplette Album treibt über knapp 50 Minuten zwischen strengmelodischen Rocksongs ("Never Lose You Twice", "Make It Matter") und Emo-Tracks aus dem Halb-Stimmungsdunkel wie "Uncrowned" oder "Living For Yesterday" ? getreu nach dem Motto: Wir möchten nicht rumheulen wie die ganzen Vagrant-Bands, allerdings auch nicht unsere Radiotauglichkeit über Bord werfen. Oftmals wartet man vergebens auf ein wenig Rücksichtslosigkeit, Ecken und Kanten. Und am Ende wird bei "Punkrock Sucks" noch ein Offenbarungseid geleistet, zwar ironisch, aber dennoch sehr treffend formuliert. Denn mit dem einst eingeschlagenen Kurs hat "Faster Than The World" nicht mehr viel am Hut.

Wer OFD durch ihr Debüt auf rockhit records kennen lernt und prinzipiell auf massenkompatible Rockmusik der Marke Donots abfährt, kann hier blind zugreifen. Der Rest muss gemeinsam mit mir das Deck schrubbern.

19.08.2004 Jack