Tonträger

Tracklist

1.Everyday I Love You Less And Less
2.I Predict A Riot
3.Modern Way
4.Na Na Na Na Naa
5.You Can Have It All
6.Oh My God
7.Born To Be A Dancer
8.Saturday Night
9.What Did I Ever Give You?
10.Time Honoured Tradition
11.Caroline, Yes

KAISER CHIEFS

Employment

VÖ: 22.08.2005
Label:
Polydor
Web:
www.kaiserchiefs.de

Es gibt Platten, die sind einfach gut, weil sie handwerklich exzellent gearbeitet wurden, wo jeder Ton sitzt wie ein maßgeschneiderter Anzug. Diese Alben sitzen und fühlen sich gut an, aber es gibt auch Alben, die passen nicht, sind irgendwie auch nicht besonders formschön, da öfter mal ein paar Töne daneben gehen. Trotzdem sind diese Werke schön anzuhören und des öfteren auch echte Klassiker. Das Debüt der Kaiser Chiefs ?Employment? ist auch so eine Platte, aber was diese Platte und auch viele andere so wertvoll macht, ist die Tatsache, dass hier junge Musiker am Werkeln sind, die an einem nicht sparen, nämlich an Euphorie. Da spürt man den Schweiß unter ihren Achseln, wenn sie ihre elf Songs herunterspielen, auch wenn viele ihrer Songs eigentlich keine Tanzflächenrocker sind, wie Marke Maximo Park. Nein, einige Songs wie ?You Can Have It All? sind eher schon mit weichen Wassern gewaschen und erlauben sogar das schüchterne Kuscheln mit der Liebsten in der schummrigen Ecke eines Tanzlokales. Und bei ?Born To Be A Dancer? das Klavier und der einfache Text, der mit You and Me usw. beginnt und später mit lautem Stadiongefühl a la ?Oh o Oho? Gesängen. Ja, die ?Oh o Oho? Gesänge und auch die ?na na na?, ?Aaah aaah Ahu? , ?Olalala? etc haben es den fünf Burschen aus Leeds angetan, dieser Singsang macht aus den ganzen Songs eine der größten Powerpop-Platten dieses Jahres, und von dieser Gattung gab es in den letzten acht Monaten ja nicht wenige. Dabei ist auch bei diesem Werk ganz klar, dass die Kraft in der Referenz von Vergangenem liegt, da muss die halbe Hall Of Fame der britischen Musik herhalten,: The Kinks, The Clash The Jam, Madness, Blur, Franz Ferdinand und noch viele mehr könnte man in diesen Zeilen nennen.

Very british eben, zumal der Gesang von Ricky Wilson noch mit solch typischem britischen Akzent versetzt ist, dass nur das Teatime-Ritual der Inselbevölkerung noch landestypischer ist. Aber eine besondere Gabe der britischen Musik ist es, gute Hits zu schreiben, die für das Singleformat geschaffen sind. Da wäre der Opener ?Everyday I Love You Less And Less?, mit abgehackten Akkorden, ordentlich Schwung im Schlagzeug, Keyboard-Gesumme, das aus den Achtzigern sein könnte, stoischem Gesang und einer Melodie, die live bestimmt lichterloh flammt.

Auch der zweite Titel ?I Predict A Riot? ist ein Ohrfestbeißer, der purer Pop ist und einem so einfach und salopp aus den Membranen entgegenpurzelt. So geht es fast durchweg weiter, ein Album, das vor Hits nur so strotzt. Für viele ist dieses Album nicht mehr neu, da schon seit Monaten als Import erhältlich und auch beim gut sortierten Plattenhändler deines Vertrauen, aber jetzt auch in den großen Kaufhausketten zu erwerben. Naja, egal wo man sich die Platte jetzt besorgen wird, fest steht, dass es eine der packendsten Platten der Saison ist, mit einer guten Hitdichte, und vielleicht wird ?Employment? ja ein Klassiker.

28.08.2005 Hauke