Tonträger

Tracklist

1.No Direction Home
2.Gods And Monsters
3.Over My Shoulder
4.An Ordinary Girl
5.The Stars Look Familiar
6.Strange Without You
7.Astray
8.Hong Kong Lullaby
9.Sand And Glue
10.Avenue Of Hope
11.Dead Men?s Cigarettes
12.Coincidence
13.I Believe

I AM KLOOT

Gods And Monsters

VÖ: 04.04.2005
Label:
Echo
Web:
www.iamkloot.com

Eines gleich vorweg, auch beim dritten Album schleicht sich nicht mal im Ansatz Quantität ein. Im Gegenteil, denn obwohl auch ?Gods And Monsters? wieder soviel schöne zartbittere Sentimentalitäten und elegische Songs beinhaltet, ist es wieder ein anderes Album geworden. Denn zum einen haben sie jetzt endgültig und auch gottseidank den ?Quiet is the New Loud? Button abgenommen bekommen, welcher ihrem Debüt ?Natural History? anhaftet. Aber diese Begriffsdefinierung war anno 2001 die Hipster-Deklarierung für schöne Musik mit ruhigen und nahezu akustischen Instrumenten. Und gegenüber dem schlicht ?I Am Kloot? betitelten zweiten Longplayer finden sich auf ?Gods And Monsters? weniger so schwelgerische und sphärische Hymnen wie beispielsweise ?The Same Deep Water As Me?. Auffallend auch dass die Herren um den Songschreiber Johnny Bramwell diesmal mehr Instrumente ins Spiel bringen, dadurch klingen die Songs wesentlich dichter. Aber die Songs nehmen einen noch immer in den Arm, fast wie ein guter Freund. Dabei sind die Songs diesmal ein wenig spröder als zuvor.

Trotzdem unverkennbar I Am Kloot, denn die Texte sind wieder scharfzüngig, und Johnny bewältigt Probleme noch immer mit dem Wissen eines Bodenständigen, der, wenn er nicht weiter weiß, lieber ein Bier trinkt als zu Hause in Gedanken zu ertrinken. Gleich zu Anfang bei ?No Direction Home? wird klar, dass die Qualität noch immer hochgesteckt ist, und das bleibt die ganze Zeit so. Das ist schön, denn I Am Kloot verstehen es, melancholische Lieder zu schreiben ohne kitschiger Tristesse zu verfallen. Die Songs sind teilweise rumpelig und charmant verpeilt arrangiert. Ebenso wie man es eigentlich in der Seele auch ausdrücken will, wenn das Herz schmerzt. Das beweisen solche Klangwundertüten wie ?Sand And Glue? oder der Schlusssong ?I Believe?. Kaum eine Band versteht es so schön, eigenwilligen Trübsinn so ergreifend zu vertonen.

Auch wenn sie manchmal fast nur Pianotupfer nutzen wie bei ?Avenue Of Hope?, gepaart mit der leicht rauhen Stimme von Johnny Bramwell, klingt es herrlich schön. Wieder ein schönes Album, vielleicht nicht zur richtigen Jahreszeit, aber irgendwann werden die Blätter an den Bäumen ja auch wieder welk.

27.04.2005 Hauke