Tonträger

Tracklist

1.Lights
2.Munich
3.Blood
4.Fall
5.All Sparks
6.Camera
7.Finger In The Factories
8.Bullets
9.Someone Says
10.Open Your Arms
11.Distance

EDITORS

The Back Room

VÖ: 25.07.2005
Label:
Pias Recording
Web:
www.editorsofficial.com

Eigentlich bräuchte man den Editors und ihrem Debüt "The Back Room" wirklich nicht so eine große Beachtung schenken, denn im Grundsatz machen sie nichts wirklich Neues. Sie haben Melodien, die düster sind und eine epische Tiefe besitzen, aber sie machen es so wunderbar wie kaum eine andere Band. Denn ihre Tiefe ist tiefer als bei fast der gesamten Konkurrenz, ihre Grundstimmung ist so dunkel, dass man seine eigenen Hände nicht sehen kann, und viele ihrer Melodien habe trotz der magischen Melancholie genug Hüftschwung für die Indiediscotanzfläche.

Aber trotzdem wird man sie immer wieder mit Joy Division in Vergleichskämpfe drücken und auch sagen, dass Interpol ihnen sehr nahe stehen und dass eigentlich kein Platz zwischen den beiden Bands ist. Aber dennoch mögen sie da sie nicht so statisch klingen wie die New Yorker Konkurrenz und mehr Wärme spenden, als es eben Joy Division taten, die Band aus Birmingham spannt den Variationsbogen weiter als eben die beiden Bands, ohne an Dichte zu verlieren. Sie füllen sozusagen das verwaiste Band zwischen diesen beiden Bands aus und gesellen sich auch noch in die Ecke zu den Helden von Bauhaus und, ach, den aktuellen Lieblingen von The Departure. Schön an diesem Debüt ist auch, dass hier die Melodien standhaft sind wie ein Monolith, aber dennoch nicht schwerfällig, sondern teilweise hüpfen können wie ein angetrunkener und beseelter Grashüpfer. Da braucht man nur die Single "Munich" hören und das kantige und forsch treibende "Fingers In The Factories" erleben.

Und wer einmal einen kräftigen Schluck von der gut gekühlten Melancholie vom Schlage "Camerea" getrunken hat, der wird dieses Debüt tief in seinem Herzen lieben. Denn die Editors wissen, wie man Melancholie in spannende Dramatik verpackt und dann noch tiefe Furchen mit schönster Leidenschaft ausfüllt. Gerade deshalb gehört "The Back Room" zu den besten Platten in diesem Jahr und zeigt, dass die Musikgeschichte noch lange nicht am Ende ist, dank der Editors!

05.08.2006 Hauke