Tonträger

Tracklist

1.Prologue
2.Spark
3.Party Song
4.Decembrists' Song
5.Minor Point
6.On the Black Sea
7.Bad Party
8.Alma Ata
9.Purge
10.Opportunity
11.Epilogue

CATCH 22

Permanent Revolution

VÖ: 30.06.2006
Label: Victory Records
Web:
www.njcatch22.com

Dünnes Eis! Eine Ska-Punk-Band versucht sich an einem Konzeptalbum über das Leben und Wirken des marxistischen Revolutionärs Leo Trotzki, einer absoluten Autorität des wissenschaftlichen Sozialismus, der nebenbei als Gründer der Roten Armee gehandelt wird. Warum eigentlich nicht? Immerhin haben Green Day mit ?American Idiot? eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie erfolgreich man mit einem Album sein kann, das Song für Song eine Geschichte erzählt.

Jedoch sind Catch 22 nicht Green Day, und ?Permanent Revolution? ist ? unverblümt auf den Punkt gebracht ? kein Hit-Album. Auf diesem Werk wird die wenig spektakuläre Musik des Vorgängers ?Dinosaur Sounds? fortgesetzt, was bedeutet, dass auch auf dem aktuellen Longplayer Ska, Punk, Reggae und Pop in einen Sack gesteckt werden, auf dem das Sextett dann kräftig drauf herumkloppt. Getreu der Devise ?Wer relaxt, muss auch Gas geben? schwingen Catch 22 in bekannter Manier zwischen entspannten Ska-Passagen und Momenten, in denen die Stromgitarre mit offenem Visier angeschlagen wird. Bei ?The Decemberists? Song? und ?Bad Party? zeigen sich die Herren aus New Jersey von ihrer furiosen Seite, während bei ?The Spark?, ?Alma Ata? und dem finalen akustischen Epilog viel Wind aus den Segeln genommen wird. Selbstverständlich beherrschen Catch 22 auch den klassischen Ska-Punk (?A Minor Point?) und den Punkrock mit Gebläse (?Party Song?). Eine nachhaltig positive Wirkung wird jedoch bis dato noch vermisst.

Repräsentativ für ?Permanent Revolution? ist der Gesang von Ryan Eldred, der seit dem letzten Album das Saxophon in der einen und das Mikrofon in der anderen Hand hält. Und auch hier gibt es nichts Neues zu berichten, stellt sich die Sangeskunst doch als ziemlich begrenzt und austauschbar dar. Dennoch wurde auch auf diesem Album an der internen Lösung festgehalten.

Dies alles führt zwar nicht, wie bei Aufhänger Trotzki ? er wurde 1940 von einem Agenten Stalins kaltblütig ermordet ? zum Tod einer Band, andererseits bereitet es aber auch nicht den Weg zu außergewöhnlichen Verkaufszahlen. Catch 22 waren eindeutig einmal wesentlich besser.

22.06.06 Jack