Tonträger

Tracklist

1.Out of mind
2.Texas
3.Shame
4.Tell me why
5.Torches and tragedies
6.Darkest days
7.Up to you
8.Regret
9.Boise
10.Rise and fall
11.Broken
12.Save the children
13.This beast is dangerous
14.Uniform

GOOD RIDDANCE

My Republic

VÖ: 23.06.2006
Label:
Fat Wreck Chords
Web: 
www.good-riddance.com

Den Befürchtungen zum Trotze, das Quartett aus Santa Cruz habe sich aufgelöst oder wurde zumindest auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt, entgegnen Good Riddance mit einem nagelneuen Album. Hatten sämtliche Bandmitglieder in der früheren Vergangenheit mit neuen Formationen mehr oder weniger aus sich aufmerksam gemacht ? Russ Rankin legte mit Only Crime ein starkes Album vor, Luke Pabich schloss sich mit seinem alten Kollegen Sean Sellers bei Outlie zusammen, und Chuck Platt engagierte sich bei I Want Out ? entstand schnell der Verdacht, Good Riddance würden still und leise zu Grabe getragen. Das Bangen vor dem Ende des melodischen Hardcore-Schlachtschiffes erlischt nun mit der Veröffentlichung von ?My Republic?.

Eine Nachricht erfreute die Fans bereits im Vorwege: Das alte Team, das uns Knallerscheiben wie ?Ballads Of The Revolution? oder ?A Comprehensive Guide To Moderne Rebellion? beschert hat, ist wieder zusammen. Soll heißen, dass Sean Sellers wieder hinter der Schießbude sitzt und die Felle bearbeitet. Klingt also nach einem neuen Werk, bestehend aus einer Menge ungestümer Hardcore-Kracher, denen es an Melodien keineswegs mangeln sollte.

Die ist jedoch ein dezenter Irrglaube, denn der einst so brachiale Hardcore der ?Ballads Of The Revolution?-Zeit findet auf ?My Republic? nur noch selten statt. Dafür setzen Good Riddance verstärkt auf gedrosseltes Tempo, Melodien und Ohrwurm-Qualitäten. Der melodische Hardcore von einst musste dem aggressiven Punkrock weichen, was aber niemanden zur Besorgnis anregen sollte. Denn Rankin und Konsorten produzieren ihre Musik nach wie vor auf höchstem Niveau. Belege dafür gibt es auf diesem Album 14 an der Zahl. Nach einer kurzen, ruhigen Einleitung schmettert der Vierer mit ?Out Of Mind? einen schnellen und eingängigen Song Richtung Gehörgänge, und spätestens nach dem druckvollen Midtempo-Rocker ?Texas? wird deutlich: Zu den instrumentalen Harmonien gesellen sich geniale Gesangspassagen. Regelmäßig versorgen uns Good Riddance mit mehrstimmigen Refrains, die zeitweise sogar an Bad Religion erinnern (?Tell Me Why?, ?Ride And Fall?). Wer hätte das gedacht?

Die gute Laune wird dank grandioser Harmonien (?Shame?, ?Uniform?) und zwischenzeitlicher Steigerung des Tempos (?Broken?, ?Torches And Tragedies?) konsequent angehoben. Dennoch ist ?My Republic? keine Sommer- und Strandscheibe, gibt man sich textlich nach wie vor äußerst nachdenklich bis kritisch. Untermauert wird die Prinzipientreue von einem 13 Minuten langen PETA-Video unter dem Titel ?Meet Your Meat?. Dass es dabei um eine unverblümte Darstellung dessen handelt, was sich später in den Fleischtheken, Eierpappen und Milchtüten befindet, versteht sich von selbst. Abgerundet wird das neue Album mit insgesamt drei ausgezeichneten Live-Videos (?Weight Of The World?, ?Heresy, Hypocrisy & Revenge?, All Fall Down?). Auch wenn ?My Republic? bei den ersten Durchläufen noch überraschend zahm wirkt, ist Good Riddance mit diesem Album ein eindrucksvolles ? wenn man es so nennen darf ? Comeback gelungen.

22.06.06 Jack