Tonträger

Tracklist

1.Junkies
2.Say again
3.Broken bodies
4.The stories are true
5.Cold concrete
6.Lost in Hollywood
7.Fallen nation
8.Kenny
9.Criminals
10.Life on the run
11.Fountain & Formosa
12.Deadly nights
13.Streetwalker

TIME AGAIN

The Stories Are True

VÖ: 21.04.2006
Label:
Hellcat Records
Web:
http://www.timeagainband.com/

Rancid-Mann Lars Frederiksen lobt diese junge Band über den grünen Klee. Time Again seien das, was Punk ausmacht. Da liegt es doch nahe, dass Kollege Tim Armstrong die Combo unter Vertrag nimmt und via Hellcat Records ihr Erstlingswerk auf den Markt bringt.Schon ein kurzer Blick auf das Artwork lässt mutmaßen: Hier sind eindeutig Rancid-Fans am Werk. Darauf weisen nicht nur die Rancid- und Hellcat-Tattoos und die akkuraten Irokesen-Haarschnitte hin, auch die verwendeten Schriften hat man schon auf dem einen oder anderen Album der Punkrock-Recken entdecken können.

Aber damit nicht genug, denn am Titeltrack hat kein Geringerer als das große Idol Tim Armstrong mitgewirkt. Nicht nur hat er einige Lyrics beigesteuert, er verlieh diesem Song zusätzlich seine markante Stimme. ?The Stories Are True? scheint demnach quasi ein neues Rancid-Album geworden zu sein.Ganz so brutal sollte man das Quartett aus Los Angeles jedoch nicht als Zöglinge abstempeln. Auch wenn einiges darauf hindeutet. Fast durchweg geht es auf diesem Album rasant zur Sache, genau wie Rancid es auf ihrem Debüt und auf ihrem 2000er-Album praktiziert haben. Kompromisslos wird nach vorne gerockt, stets mit gelöster Handbremse und einer Menge Schmutz zwischen den Melodien. Der Gesang von Frontmann Daniel Dart lässt zweifelsohne auf einen längeren Aufenthalt im Tim Armstrong-Trainingslager schließen. Silben werden verschluckt, ganze Zeilen zu einem Wort gemacht, es wird gegrunzt und geleiert ? ganz wie wir es von Rancid kennen und lieben. Dabei macht Daniel Dart seine Sache ziemlich gut, außer, er wird mit dem Original konfrontiert. Denn bei besagtem Titeltrack greift der Chef höchstpersönlich zum Mikro und stellt seine gesangliche Extraklasse voll und ganz unter Beweis. ?The Stories Are True? bietet auch stilistisch eine von insgesamt zwei Ausnahmen. Bei diesem Midtempo-Song wird jeder Rancid-Fan vor Freude Purzelbäume schlagen, denn der Wechsel zwischen relaxten Strophen und kraftvollen, eingängigen Refrains machen die Nummer zu einem wahren Dauerbrenner.

Am Ende der 13 Songs machen Time Again noch einen Ausflug in die Ska-Gefilde, was sie in Zukunft tunlichst bleiben lassen sollten. Ihnen stehen ungestüme Klänge wesentlich besser. Die Gesamtspielzeit von 28 Minuten belegen, dass von dieser Sorte Musik des Öfteren Gebrauch gemacht wird. ?The Stories Are True? ist ? auch wenn die Produktion (speziell der Schlagzeug-Sound) noch verbesserungswürdig erscheint ? ein bemerkenswertes und ehrliches Album.

13.06.06 Jack