Konzertbericht

Shine!

WACKEN OPEN AIR 2013
05. - 07.08.2013, Wacken

Heavy Metal, Heino, Hitze. Das waren die wohl drei prägnantesten Worte, wobei die Abwesenheit von Heino dem Festival gut getan hätte. Dies gilt allerdings auch für die mittlerweile maßlos übertriebene Werbeoffensive von Firmen wie Captain Morgen sowie endlose Trailer auf den Leinwänden. Am Samstag feierten Metal-Fans den Abschluss des dreitägigen Wacken Open Airs. Erneut wurde das riesige Gelände vor den Hauptbühnen für ohrenbetäubend laute Konzerte geöffnet, die Party hielt noch bis in die Nacht zum Sonntag an. Nach Veranstalterangaben waren mehr als 75.000 Menschen zu dem Festival im 1.800-Seelen-Ort Wacken nahe Itzehoe geströmt.

Die Polizei hatte am Samstagnachmittag erklärt, das Festival sei relativ friedlich verlaufen. "Wir hatten wenige Anzeigen und wenig Gewalt für eine Veranstaltung dieser Größe", sagte ein Sprecher. Es habe zwar wieder Diebstähle aus Zelten gegeben, aber nicht deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. "Wir sind jedes Mal überrascht, wie wenig hier passiert", sagte der Sprecher.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zählte insgesamt rund 2.700 Festival-Besucher, die medizinische Hilfe benötigt hätten - meist wegen kleinerer Blessuren oder aufgrund der großen Hitze. Schwer verletzt hatte sich am Freitag ein 22-Jähriger aus Kiel, als er die Gaskartusche an einem Campingkocher wechseln wollte. Ausströmendes Gas soll sich an einem Grill entzündet haben - die Kartusche explodierte. Am Samstag lag der 22-Jährige nach Angaben der Polizei im künstlichen Koma. Sanitäter hatten zuvor erklärt, eine akute Lebensgefahr bestehe nicht.

Ein kurzer, aber heftiger Regenschauer am Samstag hat genügt, um den Wacken-Fans zu geben, worauf sie gewartet haben: Schlamm! So war die Party in und um die Pfützen am Festival-Samstag. Dies beeinträchtigte allerdings den weiteren Festivalablauf nicht.

Als musikalische Höhepunkte am dritten Tag des 24. Wacken Open Airs standen unter anderem Schockrocker Alice Cooper, Nightwish und Subway to Sally auf dem Programm. Erstes Highlight war am Donnerstag die brachiale Feuer-Show von Rammstein - und der dazugehörige Überraschungsauftritt von Schlagersänger Heino. Leider muss man an dieser Stelle sagen. Wacken braucht keinen Heino und Rammstein auch nicht. Diese medial Inszenierung dieses alternden Schlagerstars hat Wacken nicht nötig.

"Metal-Queen" Doro Pesch feierte in Wacken ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Die Band Motörhead brach ihren Auftritt am Freitagabend hingegen nach knapp 30 Minuten ab. Frontmann Lemmy Kilmister habe sich aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit schonen müssen, erklärte eine Bandsprecherin. Im Nachgang liess Lemmy ausrichten, dass es ihm gute gehe und man sich sicherlich im nächsten wieder sehen würde.

Zum Schluss noch der Ausblick auf 2014. Die ersten 10.000 Tickets für das Jubiläums-Festival im Jahr 2014 waren nach knapp drei Stunden beim Mitternachtsverkauf vergriffen - obwohl die Server stundenlang Probleme machten und noch einmal deutlich an der Preisschraube gedreht wurde. Knapp 175 Euro müssen Fans nun inklusive Porto für ein Ticket hinlegen. Nach 48 Stunden hieß es dann „sold out“. Damit verfällt Wacken jetzt wieder in den provinziellen Tiefschlaf bis es Anfang August 2014 wieder die Fans des Metals aus aller Welt begrüßt werden.

 

BERICHT: Tim

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