Tonträger

Tracklist

01. Seconds
02. Blood Meridian
03. Sing It Out
04. Bonfires
05. The Good Fight
06. Left
07. Industry
08. This Is A Question
09. Little Silver Birds
10. Four
11. January
12. Forwarddirektion:
13. The Church Choir

HOLLYWOOD WOULD SURRENDER

The Great Escape

VÖ: 22.02.2013
Label: Monster Artists
Web:
www.myspace.com/hollywouldsurrender

Kritische Worte zum Auftakt: „I can remember when this was forbidden in music called punk rock back in high school, it’s fine that it changed since I was a kid, but why do all bands now sound like pop shit?” – Holly Would Surrender, so der Name der jungen Poppunk-Formation aus Hamburg, erklären im Rahmen ihrer Nummer “Sellout” die musikalische Massenkonformität zum Übel. Jede Menge Punkbands, die poppig klingen – pfui Teufel! Früher war die Musikwelt noch in Ordnung, wobei mit früher die Mittneunziger Jahre gemeint sind, in denen der poplastige „Melodycore“ als „Milchschnittencore“ beschimpft wurde, zu dem unzählige Kiddies nach dem Konfirmandenunterricht herumhüpften.

Mit „The Great Escape“ verdrücken sich Holly Would Surrender in die Vergangenheit, in der sie mit absoluter Sicherheit als NOFX-Surrogat bezeichnet worden wären. Fröhliche Songs, mal flott, mal gedrosselt, schnörkellose Strukturen, eingängige Refrains und harmlose Texte prägen die insgesamt zehn Stücke auf diesem Erstlingswerk. Frohnaturen sprechen dabei von „Gute-Laune-Musik“, Miesepeter hingegen werden sich des bereits erwähnten Produktes aus dem Hause Ferrero befleißigen.

Fest steht, dass die Klänge des Quartetts aus der Hansestadt ungefähr so neu sind wie Tatort-Folgen mit Manfred Krug. Nicht minder unstrittig erscheint darüber hinaus die Tatsache, dass ein Mangel von Ecken und Kanten deutlich festzustellen ist. So stromlinienförmig dieser Punkrock aus sein mag, er stellt eine willkommene Reminiszenz an eine Ära dar, deren Fahne heute nur noch von wenigen Nachwuchsbands hochgehalten wird – zumindest in einer derart hochwertigen Qualität. Komplexitätsfanatiker sollten vor „The Great Escape“ Reißaus nehmen. Wer indes gerne bei seiner Punkrock-Zeitmaschine den Rückwärtsgang einlegt, der sollte dieses Album ernsthaft ansteuern.

14.04.2013 Jack