Tonträger

Tracklist

1.  Sticks & Bricks
2.  All I Want
3.  It's Complicated
4.  This Is The House That Doubt Built
5.  2nd Sucks
6.  Better Of This Way
7.  All Signs Point To Lauderdale
8.  You'll Be Tails, I'll Be Sonic
9.  Out Of Time
10.If I Leave

A DAY TO REMEMBER

What Seperates Me From You

VÖ: 12.11.2010
Label:
Victory Records
Web:
http://www.myspace.com/adaytoremember

Brachiales mit Melodischem zu paaren, ist in der alternativen Musikwelt mittlerweile so neu wie der Versuch von Lothar Matthäus, einen Trainerjob in der Bundesliga zu erhalten. Die Frage lautet: Wie gut bekommt eine Band diese Symbiose hin? A Day To Remember müssen sich mit Sicherheit keine Sorgen um ihren Ruf als stark aufstrebende Formation machen, denn nur ein Jahr nach dem feinen Album „Homesick“ legen die fünf jungen Männer aus Florida mit „What Seperates Me From You“ einen neuen Langspieler nach, der bestätigt, dass es durchaus möglich ist, binnen kurzer Zeit wirklich hörenswerte Veröffentlichungen vorzunehmen.

Alleine die Aufmachung ist erste Sahne: Der Tonträger kommt nicht in einem normalen Digipack, sondern in einer dicken Papphülle, die in alle vier Himmelsrichtungen aufklappbar ist. Aus diesem großen Plus heraus springt ein Silberling, der 33 Minuten druckvoll produzierten melodischen Hardcore der mittelschnellen Sorte beinhaltet. Bei dem brachialen „Sticks & Bricks“ wird der Hörer mit wuchtigen Doublebass-Attacken sogleich wachgerüttelt, um im Anschluss die feinen Harmonien von „All I Want“ und „It’s Complicated“ genießen zu können. A Day To Remember können böse („2nd Sucks“, „You Be Tails, I’ll Be Sonic“), A Day To Remember können melodisch („Out Of Time“), aber vor allen Dingen können sie – und zwar richtig gute Songs schreiben. Keine der zehn Nummern ist schwach auf der Brust, es wird weder auf die Tränendrüse gedrückt, noch konzeptlos herumgebolzt.

So gesehen haben die Victory Records-Musiker einen echten Kracher abgeliefert, dennoch gibt es einen Grund zur Klage, die ich kürzlich auch gegenüber des neuen Yellowcard-Albums äußern musste. Noch vor wenigen Jahren waren in diesem Genre mindestens zwölf Songs pro Album standesgemäß. Auf „What Seperates Me From You“ sind es lediglich zehn Nummern, was ein wenig dünn erscheint. Wenn es an der Qualität nichts zu bemängeln gibt, darf gerne ein bisschen an der Quantität gearbeitet werden.

09.06.2011 Jack