Tonträger

Tracklist

1. Alright
2. The swan song
3. Death of a nation
4. For the record
5. I am an ocean
6. The bright side
7. Never say die
8. Big day out
9. Home
10. Safe and sound
11. When the going gets tough
12. Dead & gone
13. Found away

THREE CHORD SOCIETY

Sanguinity

VÖ: 28.01.2011
Label: 141 Records
Web: http://www.threechordsociety.de/

Quasi einen etwas kräftigeren Steinwurf entfernt vom Hörsturz-Hauptquartier liegt die Kreisstadt Bad Segeberg, bestens bekannt für die Karl May-Spiele, die jedes Jahr tausende Winnetou-Anhänger zum Kalkberg locken. In dieser schmucken Arena geben sich einmal im Jahr übrigens auch zahlreiche deutsche Schlagergrößen die Ehre, zudem bildet der riesige Betonklotz eines Möbelhauses die Skyline der Stadt. Indianer, Schlager und Möbelhaus – dass in einer solchen Umgebung tatsächlich eine Punkband wachsen und gedeihen kann, grenzt schon fast an ein kleines Wunder. Three Chord Society haben im Jahr 2003 zu den Instrumenten gegriffen, um zunächst schnellen Punkrock aus den Mittneunzigern zu produzieren.

Betrachtet man die stilistische Bandbreite auf „Sanguinity", so lässt sich vermuten, dass sich die Dreiakkordgesellschaft im Umbruch befindet. Alten Uptempo-Krachern wie „For The Record" und „When The Going Gets Tough" stehen schnörkellose Poppunk-Songs der Marke frühere Donots gegenüber („Alright", „The Bright Side"), und wie der Zufall es so will, durfte Donots-Gitarrist Guido Knollmann ein paar Töne aus der Stromgitarre beisteuern, während One Fine Day-Sänger Marten Pulmer bei „The Bright Side" und „Found Away" gesangliche Unterstützung leistet. Auf der einfühlsamen Seite der 46 Minuten Musik befindet sich das akustische „Home". Die Regel, dass ein ausgereiftes Punkrockalbum mindestens über eine seichte Ballade verfügen muss, scheint ungeschrieben, aber dennoch präsent. An dieser Stelle darf gerne Kritik erkannt werden, für den Rest des Albums gibt es jedoch Lob ob der gut durchdachten Songs, die zwar nicht absolut hitverdächtig sind, aber dennoch eine hörenswerte Figur machen. Nicht ganz unschuldig daran ist Produzent Olman Viper, der sich in der Welt der druckvollen Klänge bestens auskennt.

Und somit messe ich Bad Segeberg eine weitere Attraktion bei: Neben Rothäuten, Tagesrefugium für Schlager-Freaks und Einrichtungsgegenständen gibt es dank Three Chord Society und „Sanguinity" nun auch etwas, was nachhaltig Freude bereitet. Ob das für einen Eintrag in das Goldene Buch der Stadt reicht…

28.01.2011 Jack