Tonträger

Tracklist

1. Welcome To The Show
2. They Can't Bring Us Down
3. Ain't No Hollywood Happy End
4. The Bad Guys Are Back In Town
5. You Make Me Wanna Sing Along
6. We've Been To Hell
7. Funk With A Capital F
8. Social Freakshow
9. Fuck You. Eat Shit.
10. Zombies!
11. Thank You
12. Jenna (Reprise)
13. Kiss Me. Make Love

LOUI VETTON

postreggaeprecore

VÖ: 12.11.2010
Label: Abandon Records
Web: http://www.louivetton.de/

Einen stilistischen Eintopf verspricht das frische Album der Hamburger Ska-Punker von Loui Vetton. Eintöpfe an sich haben bekanntlich etwas Grandioses: Man haut alles in einen Topf, und heraus kommt (zumeist) etwas richtig Schmackhaftes. Eine derartige Rezeptur haben sich auch die fünf Nordlichter zu Eigen gemacht. Zunächst wird mit gemütlichem Ska und wilden Punkrock ein amtlicher Fond hergestellt, der die Grundlage für den potentiellen Ohrenschmaus bildet. Hier noch eine Stromgitarre, dort noch eine Uptempo-Passage, dazu ein wenig mehrstimmigen Gesang. Das Ganze abschmecken mit Blechbläser-Einsätzen und bei Bedarf mit den Klängen einer Hammond-Orgel nachwürzen. Das Ergebnis wurde dann Produzent Olman Viper zum Abschmecken vorgelegt, der jedoch – und leider – darauf verzichtete, „postreggaeprecore" den richtigen Bums zu verleihen. Die zurückhaltende Produktion mundet zwar herrlich, wenn Ska-lastige Nummern wie „You Make Me Wanna Sing Along" auf der Karte stehen, wenn jedoch aggressivere Stücke wie „The Bad Guys Are Back In Town" auf den Tisch kommen, dann fehlt einfach die richtige Würze.

Einen weiteren Anlass zur Kritik liefern Loui Vetton mit ihrer gelegentlichen Austauschbarkeit. Genehmigte ich der Band bei dem 2008er Werk „Off The Hook" noch ein wenig Welpenschutz, so erwarte ich eine hörbare Entwicklung in eine eigenständige Richtung. Diese ist nicht auszumachen, es werden immer noch alte, etablierte Mad Caddies-Rezepte nachgekocht ohne dem Produkt einen wirklich eigenen Charakter zu verleihen. Da hilft es leider auch nicht, dass nach dem abschließenden „Kiss Me. Make Love" noch ein wenig Quatsch gemacht wird und der Konsument schlussendlich mit Geräuschen vom Bauernhof entlassen wird. So wird bildlich betrachtet ein mittelprächtiger Eintopf mit Dingen garniert, die nicht genießbar sind. Und ich dachte, dass derartige Sperenzchen mit den 90er Jahren auf dem Kompost landeten.

Köstlich ist neben dem Opener „Welcome To The Show" die gesamte Aufmachung des Albums. Ein schickes, aufwendig gestaltetes Digipak mit dickem, buntem Booklet umrahmt die 51 Minuten Musik. Somit stimmt die Anrichteweise zweifelsohne, die klangliche Kost indes bedarf einer Veredelung.

02.01.2011 Jack