Tonträger

Tracklist

1. My Last Semester  
2. Logan Circle  
3. Everything I Own Fits In This Backpack  
4. Dynamite Shovel  
5. New Years With Carl Weathers  
6. It's Never Sunny In South Philadelphia  
7. Hostels & Brothels  
8. Melrose Diner  
9. This Party Sucks  
10. Hey Thanks  
11. Washington Square Park  
12. All My Friends Are In Bar Bands  
13. I Was Scared And I'm Sorry  
14. Dynamite Shove (Campfire Version)  
15. Logan Circle: A New Hope  
16. We Won't Bury You

THE WONDER YEARS

THE UPSIDES

VÖ: 26.11.2010
Label: Hopeless Records
Web: http://www.myspace.com/thewonderyears

"More than anything else, The Upsides is a record about fighting back. I felt like the past year left me and all of my friends defeated. Our early twenties had beaten us down", schreiben die Bandmitglieder im Inneren des schick aufgemachten Digipaks, das das neue Werk namens „The Upsides" der Wonder Years umgibt. Strategisch gesehen wäre es jetzt mit Sicherheit verkehrt, von einer Gute-Laune-Platte auszugehen, also wird sich auf depressive Klänge eingestellt, auf Melancholie, auf schmerzhafte Trauer. Doch sobald die Starttaste betätigt wurde, gibt es null Komma null Anlass, um Trübsal zu blasen. Nach einer kurzen akustischen Einleitung rocken The Wonder Years flott und vor allen Dingen vollkommen unbeschwert los. Das Sextett aus den Vereinigten Staaten hat grundsätzlich etwas von New Found Glory, allerdings nachdem man deren Ergüssen pures Adrenalin verabreicht hat.

Äußerst selten sind langsame Poppunk-Momente auf „The Upsides" zu entdecken („All My Friends Are In Bar Bands", „It’s Never Sunny In South Philadelphia", „This Party Sucks"), stattdessen lässt die Band ihrer Energie freien Lauf, was zahlreiche Uptempo-Nummern zur Folge hat. Aber auch wenn in Songs wie „Logan Circle", Hostels & Brothels", „Washington Square Park" oder dem nur eine Minute langen „Dynamite Shovel" tüchtig Gas gegeben wird, achten The Wonder Years stets auf die Präsenz schicker Melodien und mehrstimmiger Gesangseinlagen. Darüber hinaus werden instrumentale Ergänzungen wie Keyboard, Ukulele und Trompete („Hey Thanks") sinnvoll eingebastelt, so dass „The Upsides" zu einer runden – und vor allen Dingen sehr hörenswerten – Sache wird.

Da eine schlichte Neuauflage der ursprünglichen Version dieses Albums, die vor einigen Monaten via No Sleep Records auf den Markt gelangte, den Verantwortlichen im Hause Hopeless Records wohl ein wenig sehr ideenlos erschien, wurde das Dutzend Songs mit vier Bonusstücken erweitert, die allerdings nicht an die Qualität des Grundstocks herankommen. So gibt es beispielsweise eine Lagerfeuerversion von „Dynamite Shovel" und „Logan Circle" in der akustischen und ausgedehnten Variante. Das ist an sich nicht schlecht, doch mehr als ein gutes B-Seiten-Potential kann dem Zusatz leider nicht beigemessen werden.

Blicken wir diesem geschenkten Gaul also nicht weiter ins Maul und freuen uns über ein vor Frische strotzendes Album, das viel Freude verspricht. Natürlich wünscht man seinen Mitmenschen nichts Schlechtes, aber wenn bei The Wonder Years immer derart gute Songs herauskommen, wenn die jungen Herren nicht gut drauf sind, dann darf es ihnen gerne einmal wieder mies gehen.

12.11.2010 Jack