Tonträger

Tracklist

1. Dare The World
2. My Heart Is On Fire
3. New Horizons
4. Against The Gray
5. No Hero
6. The Rebel
7. Feel Again
8. Explode
9. This Is Goodbye
10. Heaven And The Sea
11. Best Friend
12. Yesterday

ONE FINE DAY

The Element Rebellion

VÖ: 01.10.2010
Label: Ferryhouse Music
Web: http://www.onefineday.de

One Fine Day sind Rebellen. Solches geben sie zumindest mit ihrem neuen Album „The Element Rebellion" bekannt. Die nach dem Ausstieg von Gitarrist Roman Rossbach zu einem Quartett geschrumpfte Band aus Norddeutschland wehrt sich gegen Untugenden wie Stillstand, Ablehnung, Ignoranz und Kälte. Mit den zwölf frischen Songs wird nun der passende Soundtrack zur kollektiven Rebellion veröffentlicht.

Den Produktinformationen zufolge ist die Veränderung ein Charakteristikum der Rebellion. Nun haben sich One Fine Day von „Faster Than The World" bis zu „One Fine Day" stets als sehr wandlungsfähig erwiesen, was in „The Element Rebellion" eine weitere Bestätigung findet. Nachdem der Vierer dem rasanten Punkrock der Anfangsjahre den Rücken gekehrt hat, ging es weiter mit emotionalem Punkrock, dann wurde die Musik im Zuge von „Damn Right" rauer, ehe das Liedgut an Komplexität gewann. Heute sind One Fine Day stilistisch betrachtet so weit wie noch nie vom Punkrock entfernt, heutzutage wird vielseitiger Rockpop geboten. Bis auf wenige Ausnahmen („My Heart Is On Fire", „Explode") ist das gemeinsame Herumtoben auf der Tanzfläche der Rebellion zum Opfer gefallen, dafür wird jetzt mit viel Melancholie und Schmacht gearbeitet („Against The Gray", „Heaven And The Sea", „Dare The World"). Den gefühlvollen Höhepunkt stellt das außergewöhnliche „Feel Again" dar: Gitarrist Hendrik Burkhard übernimmt den Gesang, dazu gibt es jede Menge instrumentales Drumherum.

Für „The Element Rebellion" reisten die vier Hamburger ins ferne Stockholm, um unter der Regie von Pelle Gunnerfeldt, der bereits von großen Formationen wie The Hives und The (International) Noise Conspiracy angeheuert wurde, die vorliegenden 51 Minuten klanglich in Form bringen zu lassen. Ob sich die Mühe gelohnt hat, bleibt abzuwarten, schließlich stellt sich die Frage nach der Zielgruppe der neuen Töne. Denn One Fine Day klingen nunmehr sehr erwachsen und gesittet, und es lässt sich nicht vermeiden zu erwähnen, dass die im Schnitt vier bis viereinhalb Minuten langen Songs nicht über die Energie und Leichtigkeit der „Damn Right"-Phase verfügen.

Ich hätte mir von One Fine Day gewünscht, dass sie ihre kreativen Ergüsse nach dem opulenten Vorgänger wieder ein wenig ausdünnen und schneller auf den Punkt kommen. Aber der Vierer darf machen, was er möchte, zum Beispiel rebellieren und dementsprechend sich verändern. Die aktuelle Veränderung wirkt jedoch ein wenig orientierungslos, was den Verdacht aufkeimen lässt, hier rebelliere jemand nur um des Rebellierens Willen.

 

23.09.2010 Jack