Tonträger

Tracklist

1. How You Feel
2. Erdbeere
3. The Quest
4. Let Us Lie
5. I Can Wait
6. Ignorance & Consequences
7. You Make Me Drown
8. It's Going Down
9. Expectations
10. Nothing In My Hands
11. Now I'm Fallin
12. Tell Me
13. I'm A Mess

DESTINATION ANYWHERE

Party, Love And Tragedy

VÖ: 23.08.2010
Label: DIY
Web: http://www.destinationanywhere.de

Destination Anywhere sind – um es mit den Worten des aktuellen Übungsleiters des FC Bayern München zu sagen – echte Feierbiester. Mit Torte, Tröte und Konfetti heißen die Ska-Punker aus Nordrhein-Westfahlen ihr neues Album „Party, Love And Tragedy" willkommen, das ohne Rückendeckung einer finanziell potenten Plattenfirma geschaffen wurde. Dieser Eigenleistung gebührt schon einmal Respekt.

Das Oktett lädt ein zu einer lebhaften Sause durch die Gefilde des Poppunk, der von einer vierköpfigen Bläsersektion ergänzt wird. 37 Minuten dauert der Spaß – und mit ‚Spaß’ ist auch tatsächlich Spaß gemeint, denn viele der insgesamt 13 Nummern auf diesem Album sorgen für viel Freude.

Der Titel dieser Veröffentlichung liefert dabei thematische Schützenhilfe: Los geht es mit der Feierei. Destination Anywhere haben verinnerlicht, dass es einfach nicht reicht, ein paar alte Green Day-Songs von einigen Blechbläsern begleiten zu lassen. Zu schnell landet man damit auf der Liste der Bands, die schneller wieder aus den Köpfen der Hörerschaft verschwinden als Lothar Matthäus über einen Seitensprung seiner Ehefrau hinwegschauen kann. Die acht Westfahlen meistern die Partytauglichkeits-Hürde gekonnt, indem sie oft druckvoll rocken, gelegentlich das Tempo anziehen („Ignorance & Consequences", „Nothing In My Hands") und vor allen Dingen viele eingängige Passagen – an denen Sänger David erneut nicht ganz unschuldig ist – aufweisen können.

Kommen wir zum Bereich „Love": Es gibt auf diesem Album durchaus Momente, in denen man sich in die Musik der Band schwer verliebt. Der Opener „How You Feel" ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, und auch das dynamische „The Quest" und „Now I’m Fallin" sorgen für wild pogende Schmetterlinge im Bauch. Zum Zwecke der zwischenzeitlichen Beruhigung haben Destination Anywhere unter anderem mit „Let Us Lie" und „I’m A Mess" aktive Erholungsmöglichkeiten eingebastelt.

Bei der hohen Qualität lässt sich die einzige Tragödie dieses Longplayers relativ gut verschmerzen: Ein auf den merkwürdigen Titel „Erdbeere" hörender Song entführt uns auf direktem Wege zurück in die die 90er Jahre, in denen Ska-Punk-Bands wie Nutzpflanzen aus dem Boden sprossen – und ausgesprochen oft nicht gut waren. „Erdbeere" erinnert an den klassischen Lost & Found-Kram im Stile der Bad Habits, den ich persönlich mitnichten vermisse.

Mit "Sobstuff, Tales And Anthems" veranstalteten Destination Anywhere noch ein unspektakuläres Sit-In, das mit „You Won’t Bring Me Down" zu einer kleinen, aber feinen Party heranwuchs. Dank „Party, Love And Tragedy" steht nun eine amtliche Festivität auf dem Programm, die nicht ausgelassen werden sollte.

15.09.2010 Jack