Tonträger

Tracklist

1. Product Of The Past
2. Detached
3. MMV
4. This Gig Has Electric Shock Written All Over It
5. Departed
6. I
7. Audi Alteram Partem
8. No Need For Transparency
9. Functional Malfunctions Functioning Functions
10. Patriotism Vs Nationalism: The Short Straw Drawn Is Closesr To The Drink
11. II
12. Ink Stains & Incidents
13. The Acceptance Of Fate
14. A Turn For The Worse
15. A Promise To Disperse
16. III
17. Curtain Call

FROM PLAN TO PROGRESS

Ink Stains & Incidents

VÖ: 14.07.2010
Label: Fonds Of Life Records
Web: http://www.myspace.com/fromplantoprogress

Auf Fond Of Life Records ist Verlass: Man findet bei einem gemütlichen Internetbummel eine interessante Punkrock-Formation, die ein frisches Album in den Starlöchern stehen haben, das auf großes Interesse trifft. Leider war es oftmals so, dass der teure Erwerb über einen Online-Shop irgendwo im fernen Ausland die einzige Gelegenheit darstellte, um an die Musik heranzukommen. Heute gibt es besagtes deutsches Indielabel, das in schöner Regelmäßigkeit Wünsche zu erfüllen weiß. So ist es beispielsweise bei From Plan To Progress der Fall, einer relativ unbekannten britischen Band, die dank ihres Erstlings „Evolution In The Wrong Direction" meinerseits richtig Lust auf den Nachfolger namens „Ink Stains & Incidents" gemacht haben. Und siehe da, Fond Of Life veröffentlichen es in Deutschland!

Die insgesamt 17 Stücke – zu den 14 Songs gesellen sich noch drei kurze instrumentale Zwischenspiele – werden der Vorfreude gerecht, denn der zumeist schnelle Punkrock der fünf jungen Herren aus Brighton kocht nicht alte NOFX- oder Lagwagon-Suppen auf, sondern zeigt sich bisweilen ein wenig anspruchsvoller und komplexer als die klassische Standardmusik des Genres. Vieles mutet nach dem modernen Propagandhi-Stil an, also nach Tempowechseln, einem vielseitigen Gitarrenspiel, Aggressivität und Eigenständigkeit. Es gibt einige Bands, die an dem Unterfangen, sich diese Eigenschaften zu Nutze zu machen, mehr oder weniger kläglich gescheitert sind. From Plan To Progress gehören mitnichten dazu. Mit „Ink Stains & Incidents" ist den Briten ein starkes und reifes Album gelungen, das den melodischen Hardcore auf eine anspruchsvollere Stufe befördert. Dieser Anspruch besteht darin, weder eine eingängige Partyplatte auf den Markt zu bringen, noch irgendwelche Vorbilder zu imitieren. Vielmehr geht es darum, eigenständig zu klingen, auch wenn die Eingängigkeit darunter leidet, was das Fehlen herausragender Hits erklärt. Diese Tatsache wiegt jedoch nicht so schwer wie der ziemlich monotone und kraftlose Gesang, der der gut gemachten Musik einige Energie raubt.

Unter dem Strich ist „Ink Stains & Incidents" mit soeben besagten Abstrichen ein sehr gutes Album, das mit Freude in den Regalen der deutschen Plattenläden empfangen werden sollte – und durchaus eine Investition wert ist.

 

03.09.2010 Jack