Tonträger

Tracklist

1. Actions For Answers
2. Unity In Progress
3. Fire At Will
4. Of Thumb
5. Interlude #1
6. To Deny Yourself
7. Failsafe - Trying To Mend What's Left Of Me
8. Das Regg
9. Time Moves Closer
10. You're Free To Think What We Tell You
11. All You'll Ever Be
12. Interlude #2
13. Buried Away
14. Cut To The Chase

FAILSAFE

What We Are Today

VÖ: 13.07.2010
Label: Fond Of Life Records
Web: http://www.myspace.com/failsafemusic

Hiermit schaffe ich offiziell die Kategorie der zweifelhaften Veröffentlichungen: In diese lassen sich prima sämtliche Tonträger einordnen, deren Daseinsberechtigung mehr oder weniger zur Disposition steht, da sie in erster Linie aus alten Hüten noch einen Profit schlagen möchten. Ganz oben auf dieser Liste befinden sich – es wird niemanden wirklich im Staunen versetzen – Best Of-Alben, gefolgt von kommerziellen Kompilationen im Stile der „Bravo Hits", die auch vom Konzept her im Segment der alternativen Musik kursieren. Und dann gibt es noch die Wiederveröffentlichungen, neudeutsch auch Reissues genannt. Auch die Neuauflagen alter Alben sind keineswegs über jeden Zweifel erhaben, gelingt es ihnen nicht, den Vorwurf zu entkräften, man reibe der Kundschaft alte Kamellen unter die Nase.

Bei Failsafe indes verhält es sich ein wenig anders, denn mit dem Album „What We Are Today" habe ich persönlich nicht gerechnet – denn ich hatte keinen blassen Schimmer von seiner Existenz. Und da die 14 Songs der fünf Briten sehr hörenswert sind, erachte ich diese Nachhilfestunde für absolut sinnvoll, zumal die ursprünglich im Jahr 2005 auf dem kleinen Label Deck Cheese Records herausgebrachte Scheibe damals nicht den Sprung über den Ärmelkanal geschafft hat. Dank Fond Of Life Records wurde dies nun fünf Jahre später nachgeholt, so dass dem europäischen Festland nun der grundsätzlich flotte und gelegentlich experimentelle Punkrock nicht mehr verborgen bleibt. Denn Failsafe können nicht nur geradeaus rocken, sie wagen sich darüber hinaus auch an Keyboards („All You’ll Ever Be") und Ska-Elemente („Das Regg", „Cut To The Chase") heran. Schon auf „What We Are Today" lassen sich die Postpunk-Tendenzen heraushören, die auf dem 2008 erschienenen Nachfolger „The Truth Is…" intensiviert wurden.

Es darf also Entwarnung gefunkt werden. „What We Are Today" muss quasi aufgrund seiner Kombination aus jugendlicher Frische auf der einen Seite und reifem Songwriting auf der anderen Seite einer umfangreichen Hörerschaft unter die Nase gerieben werden, schließlich riecht es kein Bisschen ranzig.

15.07.2010 Jack

(Kopie 1)