Tonträger

Tracklist

1. I'm a pilot
2. Ghosts 
3. Luna 
4. Comets
5. Fire escape
6. The walls are coming down
7. Drowning men
8. If it is growing
9. Harold T. Wilkins, or how to wait for a very long time
10. Finish line
11. Good morning midnight

FANFARLO

Reservoir

VÖ: 26.03.2010
Label: Warner Music
Web: http://www.myspace.com/fanfarlo

Die Indiespatzen pfiffen es eigentlich schon letztes Jahr von den Dächern, dass Fanfarlo die neuen Lieblinge werden würden. Schließlich wurde deren Debüt-Album "Resevoir" schon letztes Jahr in vielen Ländern veröffentlicht, und so geisterten die Lobhuldigungen schon seit langem durch die Blogs und Webseiten dieser Welt. Hierzulande konnte man bis dato nur auf die Import-Version zurückgreifen, die zwar auch elf Songs beinhaltete, aber zumeist doch kostspieliger war. Jetzt aber haben wir es Warner zu verdanken, dass dieses Juwel nun regulär auch bei uns zu bekommen ist.

"Reservoir" hat die Cleverness scheinbar mit Löffeln gegessen, denn auf diesem Album wimmelt es von dramaturgischen Kniffen. Immer werden tolle Melodiebögen aufgebaut und jauchzen gerne himmelhoch und sind nicht zu Tode betrübt, wobei hier immer eine zarte Scheibe Melanchcolie mitschwingt. Dabei wirkt alles manchmal doch so leichtfüßig, dass einen die Songs von Songschreiber Simon Balthazar leicht beflügeln. Das passiert selten bei Orchesterpop, und die Songs sind sehr üppig ausgeschmückt. Hier wird auch nicht zu festlich ausstaffiert, sondern sie greifen zu Instrumenten und Klanggebern, die man sonst im Indie nicht so oft hört, wie Celli, Klarinetten, Ukulelen, singende Sägen, Melodica, Trompete, Handclappings und Footstomping. Also eine kleine Armada an feinen Instrumenten, mit denen Fanfarlo hier feinste ChamberPop-Hits gebastelt hat, die man allesamt am liebsten den ganzen Sommer hören möchte, da sie so gut tun wie die ersten Sonnenstrahlen.

Es gelingt auch, einerseits so eine Leichtigkeit in ihre Songs zu basteln wie etwa Belle & Sebastian und dabei andererseits so feine Arrangements zu schneidern wie Arcade Fire. Trotzdem hat die Musik von Fanfarlo immer ihren eigenen Charakter. Dieser ist ein ganz feiner, und wenn Arcade Fire nicht schon vor Jahren um die Ecke gekommen wären, wäre vermutlich die halbe interessierte Musikwelt im Fanfarlo-Rausch. Deswegen dauert es sicherlich, bis man feststellt, dass Fanfarlo eine Sensation ist und "Reservoir" eine der besten Platten dieses und meinetwegen auch des letzten Jahres. 

04.05.2010 Hauke