Tonträger

Tracklist

1. 1st Song
2. Troubletime
3. Dear Irene
4. Kick Ass In Japan
5. III
6. She Will Never See Me Cry
7. Heaven (Is A Place On Earth)
8. Hollywood
9. Hannover
10.McBenny
11.The Weekend Song
12.Drunk
13.I Guess...
14.Why Don’t You Call Me?

FAT BELLY

Turn The Amplifiers on (Alter!)

VÖ: 19.03.2010
Label: G-Force Records
Web: http://www.myspace.com/fatbellymusic

Japan ist ein schönes Land, zumindest für Punkrockbands, die in der westlichen Hemisphäre – aus welchen Gründen auch immer – nur schwer auf einen grünen Zweig kommen. Im Land der aufgehenden Sonne scheinen sämtliche Künstler, die stilistisch irgendwo auf den Spuren von NOFX und Co. wandeln, mit offenen Armen willkommen geheißen und abgefeiert zu werden, während sie in der jeweiligen Heimat kaum eine ähnliche Wertschätzung erfahren. Diese Entwicklung haben auch Fat Belly aus Hannover erkannt, was mittels des Songs „Kick Ass in Japan“ auch deutlich kommuniziert wird: Dort freuen sich die jungen Menschen noch so richtig über Punkrock, der vor rund 15 Jahren die Hitlisten eroberte.

Und genau zu jener Zeit scheint bei Fat Belly auch der musikalische Fortschritt zum Erliegen gekommen zu sein. Damals gab man sich in deutschen Landen eben seichte Bandnamen wie Axel Sweat, Baken Beans oder G-Point Generation, spielte relativ austauschbaren Punkrock im Stile der kalifornischen oder schwedischen Vorbilder, bastelte ein paar Ska-Elemente ein, packte die Quoten-Coverversion eines Evergreens dazu und umrahmte alles mit einem einfallslosen Spaß-Artwork. „Turn On The Amplifiers (Alter)!“ wirkt wie ein Griff in die Lost & Found- und Wolverine Records-Mottenkiste: Mal volle Kanne („Troubletime“, „Hollywood“), oft mittelschnell („III“, „Drunk“, „Why Don’t You Call Me“) – aber stets vollkommen unspektakulär und uninnovativ, was in der Ska-Punk-Ode an die Heimat namens „Hannover“ und in einer unterdurchschnittlichen Coverversion des Belinda Carlisle-Klassikers „Heaven (Is A Place On Earth)“ unrühmliche Höhepunkte findet.

Was muss sich Jason Livermore im fernen Blasting Room in Colorado gedacht haben, als er die 15 Songs auf das Pult bekam, um das Masterin zu übernehmen? Da hat der renommierte Produzent die Klänge von Bands wie No Use For A Name, NOFX, Lagwagon, Rise Against und Good Riddance in From gebracht, und plötzlich erhält er den Auftrag, die durchschnittlichen Töne Fat Bellys überdurchschnittlich gut klingen zu lassen… Natürlich hat er seinen Job gut gemacht, dennoch verwandelt sein Einsatz das vorliegende Album keineswegs in einen echten Kracher. Vielleicht sind die Japaner ja anderer Ansicht, was dem in „Kick Ass In Japan“ geäußerten Standpunkt wieder bestätigt.

17.03.2010 Jack