Tonträger

Tracklist

01. Against the Gravity
02. Wake Me Up!
03. Sweet Perfection
04. Dry Your Tears
05. Breaking The Silence
06. Not Here To Pray
07. This Time
08. Street
09. Salvation
10. A Glass of Tequila
11. The Burned Out Flame
12. Boyz And Girlz
13. What Took You So Long

ELVIS JACKSON

Spread My Wings (Viva La Mopped)

VÖ: 27.11.2010
Label: Antstreet Records
Web:
http://www.elvisjackson.com/

Auweia! Ich war der festen Überzeugung, dass die Zeiten, in denen Skapunk-Bands zum einen auf einen ziemlich bekloppten Namen hörten und zum anderen ihre Veröffentlichungen von noch geistesschlankeren Comic-Covern zieren ließen, endgültig passé seien. Und dann grinst mich vom nagelneuen Album einer slowenischen Combo namens Elvis Jackson – die Stirn weist schon an diesem Punkt erste ernstzunehmende Falten auf – ein wahrscheinlich zugedröhnter Fisch mit Goldzahn und Sonnenbrille an! Augenscheinlich nichts für Momente, in denen das Nervenkostüm gerade einmal nicht einer stählernen Konstruktion gleicht…

So sollte es denn sein, dass ich mir „Against The Gravity“ – mit Hilfe des Titels erscheinen die über der Wasseroberfläche schwebenden Fische gleich viel realistischer – in Begleitung der Hoffnung, der äußere Schein möge bitte trügen, antue. Und tatsächlich wurde mein präventives Flehen erhört: Die vier Slowenen geben zwar nicht sonderlich außergewöhnlichen Ska-Punk von sich, doch sie halten stets Abstand von dem klassischen Schema der 90er Jahre, in dem Ska-Strophen auf Punk-Refrains treffen. Dafür lassen sich die 13 Nummern auf „Against The Gravity“ prima in drei Kategorien einteilen, nämlich schnelle Feger („Not Here To Pray“, „Against The Gravity“, „A Glass Of Tequila“), Punkrocksongs moderaten Tempos („Wake Me Up!“ „Breaking The Silence“) und chillige Ska-Stücke („Dry Your Tears“, „Street 45“, „What Took You Son Long“, „This Time“). Auf diese Weise kommt jedenfalls eine gewisse stilistische Struktur in den Laden, der von dem sehr hörenswerten Titeltrack eröffnet wird und gegen Ende mit der überflüssigen Kaspernummer „Boyz And Girlz“ und der abschließenden Metal-Persiflage  seinen absoluten Tiefpunkt erlebt. Ansonsten schweben die Klänge im hochwertigeren Durchschnitt, was unter anderem an der schicken Produktion liegt, an der Faith No More-Bassist Bill Gould mitgewirkt hat.

So bleibt „Against The Gravity“ weder ein Album, das mich in die Schwerelosigkeit katapultiert, noch eines, das mich in die Medikamentenaffinität der Bandnamensgeber treibt. Kann man, muss man aber nicht.

01.03.2010 Jack