Tonträger

Tracklist

1. Stoned  
2. Spaceship 
3. Keep It Together 
4. Out Of My Way 
5. Blood On The Table 
6. The Only Reason 
7. Pitchin' A Fit 
8. Uno Mas 
9. Better Place  
10. Hooky

PUDDLE OF MUDD

Vol.4: Songs in the Key of Love & Hate

VÖ: 15.12.2009
Label: Geffen Records
Web: http://www.puddleofmudd.com/

Mit Anfang Zwanzig beginnt der Ernst des Lebens. Aus einer dummen Weisheit wird schnell Realität, wenn man den Schulabschluss und damit das Teenager-Leben hinter sich lässt. Mit 16 oder 17 wurde ich damals auf eine Band mit dem hübschen Namen „Puddle of Mudd“ aufmerksam. Mit Songs wie „Blurry“ oder dem Smash-Hit „She hates me“ waren die Jungs damals ganz schön oben auf der Erfolgswelle. Doch die damalige Zeit ist nicht die Heutige und der Stil der Band, der in die Richtung von Limp Bizkit, POD oder die frühen Linkin Park Sachen ging und sich auch an Nirvana orientierte, ist heute genauso unpopulär wie Guido Westerwelle. Überrascht war ich also, als mir die neue Puddle of Mudd Scheibe „ Volume 4 – Songs in the Key of Love and Hate“ auf den Tisch gelegt wurde.

Was mich jedoch daraufhin musikalisch berieselt ist weit aus weniger überraschend. Puddle of Mudd machen auf dieser Platte das, was sie am besten können. Treibende Gitarrensongs, die gut nach vorne gehen, jedoch meistens thematisch im viel zu engmaschigen Netz der „ Ich scheiß auf dich und mache mein eigenes Ding“ - Attidüde hängen bleiben. Als Beispiel ist hier der Opener „ Stoned“ zu nennen, der sich stark an Nirvana orientiert.  „Keep it together“ ist ein ruhiger Ami-LKW-Fahrer Rocksong der genauso gut von Daughtry, Creed oder Matchbox 20 hätten stammen können und ich gebe zu, dass ich selten einen Song gehört habe , an dessen Austauschbarkeit ich je weniger Zweifel gehabt hätte. Gut, wir leben ja im christlichen Abendland also vergebe ich der Band diesen Faux-Pas, widme mich dem Rest des Werkes und bleibe schon beim nächsten Track „Out of my way“ hängen, der mich sehr erstaunt und gleichzeitig hoffen lässt. Der Anfang des Songs überzeugt, durch Southern-Rock Elemente und entpuppt sich als richtig schön dreckige Rocknummer. Mit Tracks wie „Pitchin a Fit“ und „Uno Mas“ kehren Puddle of Mudd jedoch schnell wieder die letzten Scherben vor der alten,verfallenen Tür des bösen Wortes Anachronismus zusammen, woraufhin ich den Player ausmache um zu einem Fazit zu kommen:

Puddle of Mudd, sind eine gute Band, mit guten Musikern und einem überzeugenden Sänger. Ihre Musik ist jedoch schlichtweg tot und offenbar nicht mehr zeitgemäß. Wie viele andere Bands aus ihrer Zeit versuchen Puddle of Mudd mit dem zu überzeugen, was sie am besten können, sie versuchen das was sie immer schon gemacht haben zu bestätigen und musikalisch zu rechtfertigen, anstatt neue Wege zu gehen und frische Impulse zu setzen. In all den Jahren haben jedoch so viele musikalische Innovationen stattgefunden, dass aber eben dies nötig gewesen wäre um zu überzeugen.

01.03.2010 Martin