Tonträger

Tracklist

1. Intro
2. L'era del contrario
3. Radio Aut
4. Il mio tempo
5. Nel villaggio
6. Il treno
7. Merlutz
8. La casa dell'impunità
9. Tarantella dell'ultimo bandito
10. La Mano De Dios (El Potro Rodrigo)
11. Il Lamento del Mare
12. La Torre
13. Mazel Tov
14. St. Pauli

TALCO

Mazel Tov

VÖ: 27.11.2009
Label: Destiny Records
Web: http://www.myspace.com/talcopatchanka

Warum in drei Teufels Namen wünschen Talco uns auf jiddisch viel Glück, wenn es um deren neues Album geht? Handelt es sich bei den 14 Nummern etwa um eine Herausforderung beziehungsweise eine Aufgabe, die es zu bestehen gilt? Und wenn ja, kann man da durchfallen? Aber Moment einmal, hier scheint eine Verwechslung der Kompetenzen von Prüfer und Prüfling vorzuliegen! Also drehen wir den Spieß um und richten ein „Mazel Tov“ an die sechs Norditaliener – auf dass ihr neues Album den Ansprüchen der Prüfungskommission entspräche.

Nach einer kurzen und eigentlich nichts sagenden Spieluhr-Einleitung zeigen Talco, was sie auf dem Kasten haben, nämlich eine unglaubliche Energie und Spielfreude, die sich zumeist in rasantem Punkrock mit einem deutlich hörbaren Gypsy-Faktor äußert. Sofort strömt der Name Gogol Bordello durch die grauen Zellen, die die Mischung aus westlich-industrialisiertem Punkrock mit osteuropäischen Harmonien unlängst zu einer nicht von der Hand zu weisenden Popularität gebracht haben. Tendenziell steht dieser Vergleich sicherlich auf festen Beinen, dennoch gehen Talco wesentlich aufgeräumter vor, was bedeutet, dass relativ gehaltlose Experimente als kurze Zwischenspiele („Nel Villaggio“, „Il Lamento Del Mare“) ausgelagert wurden und sich darüber hinaus die Vielfalt der eingesetzten Instrumente neben der klassischen Punkrock-Ausstattung in Grenzen hält. Alleine die Bläsersektion ist regelmäßig mit von der Partie, und das ist auch gut so, schließlich verleiht sie rasanten Nummern wie „Radio Aut“, „Il Treno“ oder „La Mano De Dios (El Potro Rodrigo)“ schicke Melodien, die sowohl das Ohr erfreuen als auch das Tanzbein in Wallungen bringen. Die Texte durchweg italienisch, die Produktion wunderbar druckvoll – was will man mehr? Den einzigen Kritikpunkt stellt das nicht sonderlich abwechslungsreiche Songwriting dar, was dem, der besagte Musik großartig findet, natürlich piepegal ist. Auf „Mazel Tov“ beginnt der wilde Tanzkurs nach dem Intro und endet bei Minute 33. Puh, Glück gehabt!

25.02.2010 Jack