Tonträger

Tracklist

1. No Survivors
2. Save Yourself
3. Standin Beside You
4. So Alone
5. Late Again 
6. Complete Oblivion
7. Save The Buildings...
8. Necklace
9. Side Car Airbag
10. Extra People
11. Electric Pool
12. Glueming

(Kopie 1)

84 Day Syndrome vs. Gluefactory

Antonio Villaraigosa Golden Expressway

VÖ: 27.11.2009
Label: Long Beach Records
Web: http://www.myspace.com/84daysyndrome

Während sich Pennywise derzeit auf der Suche nach einem dauerhaften Ersatz für den vor einigen Monaten ausgestiegenen Sänger Jim Lindberg befinden, lässt sich Bassist Randy Bradbury in seinem Tatendrang nicht bremsen und veröffentlicht ein eigenes Album. Doch es wäre schlichtweg falsch, in Bezug auf „Antonio Villaraigosa Golden Expressway“ von einer Soloscheibe zu sprechen, denn es handelt sich vielmehr um zwei Formationen des 45-Jährigen, die jeweils sechs Songs zu diesem Silberling beitragen, wobei 84 Day Syndrome lediglich aus Randy Bradbury besteht. Also solo und doch nicht solo…

Dass hinter dem Pennywise-Bassisten ein Multitalent steckt, beweist die erste Hälfte der zwölf Songs, bei denen Bradbury neben seinem Stamminstrument auch Gitarre, Schlagzeug und Stimmbänder bedient. Das Ganze klingt dann – überraschender Weise – nach Pennywise! Uptempo-Nummern wie „Save Yourself“ und „Late Again“ wechseln sich mit langsamen Punksongs („Standin’ Beside You“) ab, selbst der Gesang ähnelt dem seines ehemaligen Frontmannes immens. Lediglich die Aufnahme, die in der Garage des Musikers vollzogen wurde, hinkt hörbar hinterher, dennoch verleiht die Ungeschliffenheit den Skatepunk-Songs eine klassische Note.

Bei der zweiten Hälfte stammen die Klänge dann aus der Feder einer Formation namens Gluefactory, bei der Bradbury selbstverständlich auch den Viersaiter bearbeitet und darüber hinaus Unterstützung von vier weiteren Kollegen erhält. Einer von ihnen ist Greg Lowther, mit dem Bradbury vor seinem Engagement bei Pennywise gemeinsam bei The Falling Idols rockte. Gluefactory fabrizieren Punkrock der alten Schule mit dezent hysterischem Gesang. Hier trifft die Vergangenheit auf die Gegenwart und zieht den Kürzeren, denn nichts, was sich zwischen dem durchschnittlich rockenden „Necklace“ und der maroden Ballade „Glueming“ befindet, sticht aus dem heraus, was derzeit am Punkmusik zugänglich ist. Nett, dass Randy uns auf diese Weise an seiner Nebentätigkeit teilhaben lässt, aber es wäre wirklich nicht nötig gewesen. Aber zumindest als musikalischer Einzelkämpfer macht der alte Recke eine eindrucksvolle Figur.

02.01.2010 Jack