Tonträger

Tracklist

1. In Heat   
2. Die Slow        
3. Nice Girls            
4. Death            
5. Before Tigers         
6. Severin             
7. Eat Flesh         
8. We Are Water         
9. In Violet

HEALTH

Get Color

VÖ: 18.09.2009
Label: City Slang
Web: http://www.myspace.com/healthmusic

Massenkompatibel ist die Musik von Health nicht, trotzdem ist diese Band der Support Act für nächste Tour. Das wird nicht passen, denn der Mut und die Visionen des ehemaligen Soundgarden-Sängers sind schon lange verblichen. Von daher muss dann die Vorband diese erfüllen, und dem werden Health definitiv gerecht. Denn diese Kombo aus Los Angeles schert sich einen Dreck um Wohlklang und würde sich bestimmt auch nicht zwingend von Timbaland einlullen lassen. Denn Health versuchen hier mit allen Mitteln, angegammelte Hörgewohnheiten zu zertrümmern. Dabei gehen sie richtig rabiat zu Werke.

Der Rhythmus ist so zerrüttet und richtig zerfranst, und meist ergibt er auch keinen Sinn. Aber wie soll das auch Sinn haben, wenn sich alles aus kleinen Kaskaden aus Lärm zusammensetzt. Gleich zum Anfang brettert es verrückt und verdreht auf einen ein, beim Opener "In Heat". Dort donnert es so dermaßen, dass die Nine Inch Nails-Platten wie Alice-Im-Wunderland-Vertonungen klingen, einerseits so kompakt wuchtig, und dennoch ist alles wie kleine Splitter, die einen hier ins Ohr pieksen, die Gitarren schnell gespielt, der Klang oft metallisch, und das Schlagzeug mit schneller Schnappatmung, nur eine Melodie ist hier nicht zu erkennen.

Dennoch gibt es zwischen den Schichten aus Krach auch kleine Melodien. Der schönste Song ist dabei "Die Slow", der klingt wie ein My Bloody Valentine Song auf Kriegspfad. Dabei hat dieser Song eine richtige DreamPop-Melodie, und dabei ist man erstaunt, dass hier keine Frau singt. Sänger Jake Duzsik schafft es, so zu klingen, das alles recht schwer greifbar ist, und manchmal hört man seinen Gesang nur von hinten und sehr kühl distanziert singen. Aber irgendwie passt es auch, dass sich diese Stimme fast abwesend auf dieses Lärm-Trümmerfeld legt und so noch immer etwas wie Songs aus den einzelnen Tracks macht.

Dennoch ist dieses keine leichte Mischung, und eigentlich ist auch nicht fest zu machen, was für Musik es ist, auf jeden Fall nichts für leichte Gemüter. 

11.11.2009 Hauke