Tonträger

Tracklist

1. The Devil On Nobel Street
2. Reeperbahn
3. Transparent
4. The Emperor's New Clothes
5. Darkness Over Eslöv Street
6. Get Out Of Bed
7. Holy Schizophrenia!
8. Bankruptcy
9. Beast 
10. $ 5900 
11. 1993

SOUNDS LIKE VIOLENCE

The Devil On Nobel Street

VÖ: 06.11.2009
Label: Burningheart Records
Web: http://soundslikeviolence.com/

“Für mich ist es das wichtigste, den Leuten zu vermitteln, dass Rockmusik durchaus bedeutungsvoll sein kann und nicht nur idiotisch – wie es heutzutage der Fall ist. Schaut euch die ganzen Emo-Bands an, mit denen die Plattenfirmen nach uns werfen: Eine pathetischer als die andere. Vielleicht hätten dieses Album ‚Taking Back Rock Music’ heißen sollen…“, bringt Andreas Söderlund die Zustände in der aktuellen Musikwelt deutlich zur Sprache. Mit anderen Worten: Den Rockbands von heute mangelt es schlicht an Niveau. Dass man ein solches Statement nur dann von sich geben darf, wenn selbst das Gegenteil geschaffen wird, versteht sich von selbst. Und nicht minder selbstredend liegt die Messlatte für die eigene Musik automatisch verdammt hoch.

Zu bedenken ist, dass Söderlund Frontmann der Band Sounds Like Violence ist, die vor zwei Jahren mit dem Album „With Blood on My Hands“ erstmalig in Erscheinung traten. Ein gewagtes Spiel, das der Schwede praktiziert. Doch nachdem das zweite Studiowerk „The Devil On Nobel Street“ durchgelaufen ist, besteht im Grunde kein Zweifel an der hohen musikalischen Qualität des südschwedischen Quartetts. 35 Minuten lang basteln Söderlund und seine Mitstreiter an einer steilen Karriere als alternative Rockband, was nicht nur dank des nationalen Hintergrundes verdammt schnell von Erfolg gekrönt sein kann. Prinzipiell verfügen die elf Song über eine massenfreundliche Machart, was Sounds Like Violence nicht über den verfluchten Niveaulos-Brei heben würde. Doch einige instrumentale Materialschlachten und vielstimmige Chöre geben den Songs zeitweise einen deutlichen Bombast-Charakter, eine gewisse Komplexität und eine stilistische Sturheit, die der Eingängigkeit gekonnt entgegenwirken. Ob das reicht, um die Kollegen des Genres mit Schimpf und Schande zu versehen? Zumindest wirkt „The Devil On Nobel Street“ absolut ausgereift, charmant und interessant. Somit dürfen Sounds Like Violence sicher schon bald mit ihren idiotischen Pendants um hoch dotierte Plattenverträge und die Heavy Rotation der internationalen Rundfunkanstalten wetteifern.

02.01.2010 Jack