Tonträger

Tracklist

1. I Killed Someone
2. Inside Of You
3. Something In Your Eyes
4. Stay!
5. Schicksal?
6. My Rapture
7. Get Me Out Of Here
8. Summertime
9. Tonight
10. Hey Little Girl
11. Sgt. Midi’s Little Girls Club Parade
12. Hell-O
13. Silverspoon

POOLSTAR

4

VÖ: 28.08.2009
Label: GOMRecords
Web: http://www.myspace.com/poolstarrocks

Die Bundeshauptstadt Berlin scheint ein hervorragendes Pflaster zu sein für Bands, die sich der alternativen Rockmusik verschrieben haben. So haben sich Die Ärzte beispielsweise seit vielen Jahren als – zumindest in deutschen Gefilden – wahre Hitkanone etabliert, die unter anderem die rockenden Mitbürger von den Beatsteaks lobpreist. Und auch jenes Quintett hat es geschafft, dem Status des Insidertipps erfolgreich zu entkommen und fortan große Hallen bis auf den letzten Platz zu füllen. Und nun tritt eine Band namens Poolstar in Erscheinung, derer sich Ärzte-Bassist Rodrigo Gonzalez angenommen hat, um den Weg in eine viel versprechende Zukunft zu ebnen.

Auf den banalen Namen „4“ hört das dritte Album des Vierers aus Berlin, und es gibt natürlich Punkrock auf ihm zu hören, klanglich inszeniert vom Großmeister Rod höchstpersönlich. Selbstverständlich ist dieser keineswegs in der Lage, aus Fäkalien Gold zu produzieren, dementsprechend verfügen Poolstar über ein intaktes Talent, richtig guten Punkrock herzustellen. Dieser bewegt sich eher gemächlich mit Ausnahme des flotteren „Inside Of You“, beinhaltet aber dennoch eine Menge Dynamik und vor allen Dingen eine sympathische Leichtigkeit, die viele Newcomer heutzutage vermissen lassen. Poolstar überfrachten ihre 13 Songs nicht mit einer Fülle an stilistischen Spielereien, sondern strahlen eine bodenständige Unbekümmertheit aus, die über jegliche Zwanghaftigkeit erhaben ist.

Ob aggressiv („Stay!“) oder bedrückt („My Rapture“) – Frontmann Töff Malstroem und seine Mannen legen eine Menge Fingerspitzengefühl an den Tag, um einerseits der Monotonie zu entgehen und andererseits stets auf dem Boden zu bleiben, einmal abgesehen von dem abschließenden „Silverspoon“, einer an sich gut rockenden Nummer, deren Ausklang schier endlos erscheint. Ansonsten bereitet „4“ allerdings viel Freude und befördert eine heranwachsende Band zu einem erstzunehmenden Insidertipp, von dem eher früher als später noch eine Menge Positives zu hören sein wird.

11.11.2009 Jack