Tonträger

Tracklist

1. Careful            
2. Ignorance    
3. Playing God 
4. Brick By Boring Brick       
5. Turn It Off   
6. The Only Exception                
7. Feeling Sorry 
8. Looking Up 
9. Where The Lines Overlap        
10. Misguided Ghosts         
11. All I Wanted        
12. Decode 

PARAMORE

Brand New Eyes

VÖ: 23.09.2009
Label: Warner Music Group
Web: http://www.paramore.net/

Das dritte Album einer Band oder eines Künstlers erfüllt unter normalen Umständen folgenden Zweck: Das zweite Album konnte die Erwartungen die das gute erste Album geweckt hatte nicht erfüllen und ging unter. Das dritte Album ist daher oft ein Versuch, die Fehler von Album Nr. 2 auszubügeln. Mir nicht so wohlgesonnene Leser würden mir nun vorhalten wollen, ich würde gerne kategorisieren und reglementieren. Ganz recht, werter Leser!

Noch nie hat diese Regel so gut gepasst, wie bei diesem Album. Paramore, die sympathischen Provinzrocker aus der Bibel und Country-Metropole Nashville/Tenessee haben ja mit ihrem Vorgängerwerk „Misey Business“ das ganze große Los gezogen und sind seitdem (und nicht wie bisher angenommen durch den Twilight-Song „Decode“)  ein Riesending in Amerika und Großbritannien. Frontsängerin Hailey Williams wird besonders von heranwachsenden US-Girlies angehimmelt. Nur, dass sie ein riesiges Talent und eine außergewöhnliche Stimme hat. Doch was nützen Talent und eine tolle Stimme, wenn die Songs einfach leer und unausgereift klingen? „Brand New Eyes“ hat nämlich nicht mehr viel davon, was Paramore einmal ausgemacht hat. Das erste Werk „All we know is falling“ war ein großartiges Album mit vielen Ecken und Kanten, während „Misery Business“ schon deutlich glattgebügelter, aber dennoch gelungen war. „Btand New Eyes“ sollte wohl wieder an „All we know is falling“ anknüpfen. Dabei beginnt die Platte mit „Careful“ äußert vielversprechend. Hailey Williams zeigt in diesem Song einfach was sie kann und drückt somit dem Song einen Stempel auf. Warum Paramore allerdings den Song „Ignorance“ als Single gewählt haben, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Ein monotones, gar einfallsloses Stück Musik Marke „Schnell Gedacht – Aber nie zu ende“.  „Brick by boring brick“ ist der nächste Song auf der Playlist. Der Name ist Programm, denn mit jeder Sekunde wird das Stück zu einer Mauer aus Langeweile. Dies ist ein großer Schluck Einheitsrock aus der Weichspülflasche.

Mit Song 5 „Turn it off“ steigt meine Laune jedoch wieder etwas an. Hier wird ein Funken Variation erkennbar, und die balladeske Strophe macht Hoffnung auf die kommenden Songs. Diese Hoffnung wird jedoch durch die soulangehauchte Ballade „The only exception“ pulverisiert. Typischer Radio Einheitsbrei für jeden, der gerne Alanis Morrisette mag aber auch schon mit Colbie  Calliat zufrieden ist. „ Misguided ghosts“ macht jedoch Spaß. Ein verspieltes, Folkartiges Lagerfeuerstück bei dem Hailey mal den Regler etwas zurückschiebt und einfach singt, als würde sie dir bei auf der Parkbank eine Liebeserklärung machen.

Werter Leser, verstehe mich nicht falsch. Ich mag diese Band von ganzem Herzen und gönne ihnen all erdenklichen Erfolg. Als Fan würde mich diese Platte jedoch maßlos enttäuschen, denn Paramore haben einfach ein Sammelsurium an größtenteils gleichklingenden Songs zusammengestellt, bei dem keine Linie, kein Konzept und nur in geringem Maße Kreativität erkennbar ist. Die Frage ist nur, inwiefern die Band wirklich schuldig gesprochen werden kann, schließlich wird die Band seit Jahren ohne Rücksicht auf Verluste um die Welt gescheucht. Liebe Damen und Herren Verantwortliche: Gönnt diesen jungen, talentierten Menschen ein wenig Rast!

22.10.2009 Martin