Tonträger

Tracklist

1. Blood On My Hands
2. Empty With You
3. Born To Quit
4. Kissing You Goodbye
5. Sold My Soul
6. Watered Down
7. On The Cross
8. Come Undone
9. Meant To Die
10. The Best Of Me
11. Men Are All The Same

THE USED

Artwork

VÖ: 28.08.2009
Label: Reprise Records
Web: http://www.theused.de

Oha, da kommt was auf uns zu, verehrte Leser! Wenn man dem Titel des neuen The Used Lonplayers Glauben schenken mag, haben wir es hier mit einem grandiosen, musikalischen Kunstwerk zu tun. Dieser lautet nämlich „Artwork“. The Used haben sich bekanntlich mit ihrem letzten Werk „Lies For The Liars“ nicht gerade mit Ruhm bekleckert, daher ist eine gesunde Skepsis gegenüber dem neuesten Release durchaus angebracht. Sowieso scheint es so als hätten die Jungs einen Großteil ihres früheren Klientels durch das stetige Wegbrechen der Emo-Szene verloren, was ja auch Bands wie Senses Fail schmerzlich erfahren mussten. Nun sind The Used also zurück und wir drücken gespannt „Play“.

Im ersten Moment ist man erstaunt: “Blood On My Hands“ erinnert stark an die Songs des ersten Albums der Band und ich muss durchaus gestehen, dass ich positiv überrascht bin. Klar, die Stimme von Bert McCracken wird immer so klingen als würde er auf schreckliche Weise leiden aber aus objektiver Betrachtungsweise ist dies für seine Verhältnisse äußert moderat.  „Empty With You“ klingt anfangs ein wenig wie Angels and Airwaves und entwickelt sich zu einem rundherum tollen Rocksong der zeigt, dass The Used wohl endlich erwachsen geworden sind. Eingängig und rund produziert zeigt die Band eine neue Seite von sich, die ihr gut zu Gesicht steht. Wer Balladen wie „Blue And Yellow“ und „On My Own“ mag wird sich bestimmt auch für „Kissing You Goodbye“ begeistern können, wobei dieser Song jedoch schon fast peinlich pathetisch ist und bestimmt auch vom nächsten DSDS-Gewinner stammen könnte. Aber wer sich mit The Used ein wenig auskennt weiß, dass sie schon immer ein wenig unkontrolliert auf die Tränendrüse gedrückt haben. Generell ist „Artwork“ vom Gesamtcharakter her ein sehr gebremstes Album mit sehr wenigen Scream Parts. „Meant To Die“ zeigt sich von einer etwas schnelleren Seite und McCracken kann hier endlich sein beachtliches stimmliches Potenzial abrufen.

Problematisch ist jedoch, dass sich die Songs im direkten Vergleich oft ähneln und eine Unterscheidung manchmal gar nicht so einfach ist. Es scheint, als wollte die Band mit diesem Release auf Nummer sicher gehen und verloren gegangene Fans zurückgewinnen. Dies wird ihnen zweifellos gelingen, jedoch ist „Artwork“ nicht mutig und nicht facettenreich genug um wirklich vollends zu überzeugen.

18.10.2009 Martin