Tonträger

Tracklist

  1. Togetherness (Leave It All Behind)
  2. Put It In Put It Out (A Nihilists Dream)
  3. Into Misery
  4. Fire! Fire!
  5. Timemachine
  6. Final Nights
  7. We Belong Here
  8. The Mechanism Of Bad Taste
  9. World We Know
  10. Skeleton Gloves
  11. Trapped In Glass
  12. To The Top

AT THE FAREWELL PARTY

Infinity Is Miles Away

VÖ: 02.10.2009
Label: Antstreet Records
Web: http://www.atthefarewellparty.de

Ob panisch in der Disco oder lediglich auf der Abschiedsfeier, ob die Unendlichkeit nun in luftiger Höhe stattfindet oder schlicht meilenweit entfernt ist – sowohl der Name der Band als auch der Titel des dazugehörigen Albums lassen die Schlussfolgerung zu, dass es sich bei den fünf hessischen Jungs um Anhänger der Fueled By Ramen-Emporkömmling-Fraktion handelt. Und eben genau danach klingt „Infinity Is Miles Away“ ohne Zweifel: Emotionaler Poppunk, der die stilistischen Eigenschaften von angesagten Künstlern wie Fallout Boy oder Panic! At The Disco miteinander kombiniert, was in überaus  kritischen Köpfen nun den Gedanken hervorruft, At The Farewell Party seien nicht mehr als eine junge deutsche Combo, die sich den aktuellen Trend zum Freund gemacht hat, ein Quintett aus skrupellosen Kopisten, die nicht nur die Musik ihrer Vorbilder nachspielen, sondern sich zudem auch noch einen identischen Kleidungsstil mit Krawatten, Westen und Jacketts zugelegt haben.

Derartigen Unkenrufen zum Trotz machen At The Farewell Party ihre Sache erstaunlich gut, immerhin treten sie mit „Infinity Is Miles Away“ auf dem Langspieler-Sektor das erste Mal in Erscheinung. Absolut professionell in Szene gesetzt von Produzent Andi Kunze weiß die dreiviertel Stunde Musik durch viel Abwechslung zu überzeugen. Zwar lassen sich Parallelen zu oben genannten Zugpferden grundsätzlich nicht von der Hand weisen, dennoch versteifen sich dies Hessen keineswegs auf die Anwendung von bereits reichhaltig geschröpften Erfolgsmustern. Dem dynamischen Poppunk („Into Misery“) begegnen sie zum Abschluss im Form einer Bonusnummer mit akustischen Momenten, und in der Zwischenzeit werden gar – wenn man es so nennen darf – „aggressivere“ Töne angeschlagen („Trapped In Glass“). Natürlich ist das unterstützende Keyboard den verantwortlichen Musikern kein Fremdwort.

Dass es sich hier um einen kleinen Rohdiamanten handeln muss, belegt der werbewirksame Hinweis auf die Anzahl der Freunde auf dem dazugehörigen Myspace-Profil: 43.000 waren es, als die Promo-Agentur in die Tasten haute, knapp 48.000 sind es bis dato – Stagnation sieht anders aus. Gegen die 1,4 und 1,7 Millionen Freundschaften von Panic! At The Disco und Fallout Boy sind solche Zahlen natürlich kleine Fische, doch es erscheint nicht unrealistisch, dass At The Farewell Party sich schon in naher Zukunft einer rapide steigenden Beliebtheit erfreuen werden.

05.10.2009 Jack