Tonträger

Tracklist

1. Roman Holiday 
2. The Marvelous Slut
3. Who Invited The Russian Soldier?
4. Wanderlust  
5. For The Record 
6. White Smoke
7. Turtles All The Way Down 
8. Organ Grinder 
9. Host Disorde
10. After One Quarter Of A Revolution 
11. The Sweet Life
12. 45 Min Studio Footage, Live Footage & Behind The Scenes 

EVERY TIME I DIE

New Junk Aesthetic

VÖ: 11.09.2009
Label: Epitaph
Web: http://www.myspace.com/everytimeidie

An dieser Stelle muss ich mich wirklich dazu zwingen, nicht ein weiteres Mal zu erwähnen, dass sich der Musikgeschmack im Hause Epitaph im Laufe der letzten Jahre enorm verändert hat. Und genau mit diesem Satz ist mein Vorhaben auch schon gescheitert. Sei’s drum, denn Every Time I Die befinden sich nun unter den Fittichen von Plattenboss Brett Gurewitz und seinen Mannen und dürfen mit ihrem Album „New Junk Aesthetic“ die Distanzierung von mehrstimmigen Oohs und Aahs und die Zuwendung zu wutschnaubenden Klängen ein wenig vorantreiben.

In 13 Kapiteln walzt sich die Band um Schreihals Keith Buckley durch ein durchweg unentspanntes 5. Studioalbum – was keineswegs negativ zu deuten ist. „New Junk Aesthetic“ ist ungefähr so gemütlich wie ein Stacheldrahtzaun und geht so geschmeidig runter wie ein abgebrochener Flaschenhals. So werden geradlinige Passagen regelmäßig von vertrackten Post-Hardcore-Momenten durchtrennt, damit sich niemand zurücklehnen kann, um gemütlich mit dem Fuß im Takt mitzuwippen. Stattdessen inspirieren die gebotenen 37 Minuten vielmehr zum Mitstampfen, hervorgerufen durch aggressive Riffs („For The Record“) oder kurze Genickbrecher im Stile des nicht einmal zwei Minuten langen „The Marvelous Slut“. Doch genau derartige Attacken sind die richtige Antwort auf schleppende Nummern wie „Roman Holiday“ oder „Turtles All The Way Down“, die sich wie eine zähe Masse durch die Gehörgänge winden.

Um den Klang authentisch zu gestalten, fiel die Wahl des Produzenten auf Steve Evetts, der in der Vergangenheit schon Alben von artverwandten Künstlern wie Hatebreed, Lifetime, Earth Crisis und Sepultura auf Vordermann brachte. In punkto Produktion zeigt „New Junk Aesthetic“ also keinerlei Schwächen, und auch was das Songwriting betrifft, gibt es im Grunde nichts zu beanstanden. Every Time I Die haben sich vorgenommen, schwerere Töne anzuschlagen, und es ist ihnen in der Tat gelungen. Zudem gelingt es dem Quintett aus Buffalo, sich weit von dem modernen, substanzlosen Metalcore abzusetzen, was als äußerst angenehm zu erachten ist. Ansonsten passiert auf diesem Langspieler nur Unangenehmes, und das geht vollkommen in Ordnung. Paradox, nicht wahr? Wie so etwas funktioniert, sollte man durch Hineinhören herausfinden.

27.09.2009 Jack