Tonträger

Tracklist

VARIOUS

Roskilde - The Music. The Party. The Feeling

VÖ: 26.06.2009
Label: Edel Records
Web: http://www.roskilde-festival.dk/nyheder/singlenews/win-roskilde-dvd-and-books/

Die Zelte sind wieder eingepackt, die Euphorie ist verklungen, und der Kater ist auch verschwunden. Ja, die Festivalsaison ist schon wieder vorbei. Für alle, denen das wieder zu schnell ging, gibt es jetzt eine DVD.

Dieser Film über das dänische Roskilde-Festival ist Dokumentation und Liebeserklärung zugleich. Immerhin ist der Filmemacher Ulrik Wivel acht Jahre zu der Mutter aller Festivals gegangen und hat sich auf diesen Film vorbereitet. Herausgekommen ist ein Film, der den Ablauf hinter den Kulissen zeigt. Dabei ist er chronologisch aufgebaut, von Aufbau und Anreise der Gäste über den Jubel, als die Tore zu den Bühnen geöffnet werden, bis hin zum Abbau. Zu einem Festival gehört natürlich die Musik, und ein paar kleine Konzerteinspieler sind hier auch zu finden. Leider sind die Konzert-Einsichten so kurz, dass nur ein halber Song zu sehen ist. Dafür wurden die musikalischen Beiträge der Reihenfolge der Emotionen und der körperlichen Verfassung der Besucher angepasst.

Am ersten Tag, wo alle fit und voller Begeisterung sind, eröffnen Franz Ferdinand und Placebo die Reihe, und zu einem späteren Zeitpunkt, wo die Kraft ein wenig herunter temperiert ist, bekommt man Konzerte von Jenny Lewis, Martha & Rufus Wainwright und den Editors geboten. In der letzten Nacht, wo die Besucher ihre Zelte zerbersten lassen und ihren Müllhaufen huldigen, wird eine kleine Feedbackorgie von Sonic Youth eingeblendet. Aus der Reihe fällt der Auftritt von The Streets, der erst nach der Zerstörungswut auf dem Campingplatz läuft. Bei der Kameraführung setzt man gerne auf verwackelte Bilder, um die Atmosphäre besser widerzugeben. Amüsant dabei ist, dass wenn betrunkene Menschen gefilmt werden, auch das Bild ein wenig an Schärfe verliert. Sowieso zeigt dieser Film mehr das Leben der Bewohner der Zeltstadt, als mit Superlativen um sich zu schmeißen, wobei es auf dem Roskilde Festival wahrlich genug davon gibt. Lieber zeigt man die Menschen, ob nüchtern, betrunken oder bekifft, nackt oder in sonderbaren Kostümen, sauber oder dreckig, friedlich oder wild.

Einige der Protagonisten werden sich vielleicht ein wenig schämen für ihre Taten, aber es zeigt auch, was für kauzige Menschen auf einem Festival aufeinandertreffen. Dazu dann noch die Tatsache, dass sich auf dem Roskilde Festival eine größere Ansammlung dieser Gattung findet und auch, dass viele Menschen dieses Fest lieben und es mit ihrer Hilfe unterstützen. Von daher ist dieser Film eine Dokumentation der Zuneigung für dieses Open Air gewidmet und nicht einer Kette an Konzertclips. 

19.09.2009 Hauke