Tonträger

Tracklist

1. New Again      
2. Sink Into Me 
3. Lonely, Lonely
4. Summer, Man 
5. Swing
6. Where My Mouth Is 
7. Cut Me Up Jenny 
8. Catholic Knees
9. Capital M-E
10. Carpathia
11. Everything Must Go

TAKING BACK SUNDAY

New Again

VÖ: 05.06.2009
Label:
Warner Music
Web: http://www.takingbacksunday.com/

Taking Back Sunday waren so etwas wie die Koriphäe in einer ansonsten gähnend langweiligen Emo-Maschinerie. Die abwechselnden Gesangsparts von Adam Lazarra und Fred Mascherino machten die Band zu etwas ganz besonderem in dieser Szene. Das ist alles Pustekuchen, denn Fred Mascherino hat die Band zugunsten eines furchtbaren Solo-Projektes verlassen und überließ somit gesangstechnisch Adam Lazarra die alleinige Verantwortung.

Lange ist es her, dass man etwas von Taking Back Sunday gehört hat, Trennungsgerüchte machten die Runde. Doch jetzt liegt das erste Werk ohne Fred Mascherino vor. Titel: „New Again“.Um einmal Peter Fox zu zitieren: „Wenn’s dir nicht gefällt, mach neu!“. Und genau das scheinen TBS nicht gemacht zu haben. Der erste Song „New Again“ , eine fadenscheinige Ankündigung eines musikalischen Neuanfangs hätte lieber „Old again“ heißen sollen, denn der Song klingt eigentlich wie alles, was TBS zuvor gemacht haben. Eben nur ohne Fred Mascherino. Freilich ist der Song nicht schlecht gemacht, doch es fehlt einfach der letzte Kick. Die Parts von Mascherino wurden einfach durch leise Einblendungen der anderen Bandmitglieder ersetzt und das meine Damen und Herren ist einfach langweilig. Der zweite Song „Sink into me“ kommt da schon besser daher. Progessiver und experimentierfreudiger gehen TBS hier vor und beweisen, dass es durchaus anders geht. „Summer,Man“ ist hingegen wieder ein deutlicher Rückschritt und klingt einfach wie ein wandelnder Anachronismus aus vorherigen Alben wie „Tell all your friends“. Der Text des Refrains: „The Summer is over“.

Danke, aber das habe ich schon eine Million Mal gehört. Der Nächste Song „Swing“ ist jedoch endlich wieder ein richtiger Hit, der an alte TBS-Zeiten erinnert, als eigentlich auf jedem Album Hit auf Hit folgte. Den kann ich mir live richtig gut vorstellen, wenn die Crowd „Lover Lover!“ mitsingt. Die nächsten Songs sind jedoch wieder nicht der Rede wert und ich würde sogar wütend werden, wenn ich dazu etwas sagen müsste. Schließlich ist „Capital M-E“ an der Reihe. Und dies ist meiner Meinung nach der beste Song des Albums. Mid-Tempo mit einem atmosphärischen Gitarren-Riff, das Bock auf Autofahren macht. Hier merkt man endlich einmal Herzblut seitens der Band, dieser Song hat einfach Format. Der kommt auf meine Playlist. Mit „Everything must go“ endet die Spielzeit des Albums, der mich ein wenig an The Dangerous Summer erinnert.

Ich mache also den Player aus und muss erst einmal tief Luft holen? Was soll ich sagen? Soll ich überhaupt etwas sagen, wenn man sich nicht zwischen tiefer Enttäuschung und bestätigter Erwartung entscheiden kann?. Fakt ist: Taking Back Sunday ohne Fred Mascherino funktioniert einfach nicht. Die Band benimmt sich wie ein Ertrinkender, der mit allen Kräften im Wasser strampelt und sich bemüht nicht unterzugehen. Der Vibe und die Klasse, die diese Band ausmachte ist weg. Wie in fast jeder Beziehung merkt man einfach irgendwann, dass die Luft raus ist. Wie auch bald unserem Ertrinkenden.

04.08.2009 Martin