Tonträger

Tracklist

1. Thinking of something mean to say
2. Out of my mind
3. The song about the song
4. Apples
5. She's so easy
6. Nothing left to burn
7. Big love
8. Taking chances
9. Never gonna make it
10. Too late to die young
11. Listen to your mother
12. Let it shine
13. Outro (Thinking of something mean to say part 2)

WONDERFOOLS

Too Late To Die Young

VÖ: 16.05.2009
Label: Wild Kingdom
Web: http://www.thewonderfools.com/

Überlegen wir einmal: Ist von Bands aus dem skandinavischen Raum die Rede, dann handelt es sich zumeist um Künstler aus Schweden. Ab und zu gibt es auch Hitverdächtiges aus dem benachbarten Finnland, aber dann kommt nicht mehr allzu viel. Soll da nun bedeuten, dass die Dänen und die Norweger in musikalischer Hinsicht wenig gebacken bekommen? Immerhin bereicherte letztere Nation die Klangwelt mit Interpreten wie A-ha, Turbonegro, Gluecifer und Dimmu Borgir. Im Land der Fjorde ist also durchaus kreatives Potential vorhanden, was auch die Wonderfools zu bestätigen wissen.

Seit 1996 ist die Band aktiv und gilt als eine der langlebigsten norwegischen Punkrock-Bands. Moment mal, steht in der Albuminfo wirklich Punkrockband? In der Tat soll es sich um Musik dieses Genres handeln, was auf „Too Late To Die Young“ verewigt wurde. Es muss sich hier um eine dezente Verwechslung handeln, denn mit unbändiger, energiegeladener Rockmusik haben die 13 Songs herzlich wenig am Hut. Die Wonderfools praktizieren vielmehr brave, emotionale Rockmusik, mal etwas druckvoller („Out Of My Mind“, „Never Gonna Make It“), dann wieder verschleppt („Thinking Of Something Mean To Say“, „Big Love“) oder langatmig („Too Late To Die Young“), aber stets professionell aufgezogen, was bisweilen enorm radiofreundlich anmutet. Stilistisch betrachtet lassen bekannte Bands wie Autopilot Off und Over It freundlich grüßen. Auch sie haben sich seinerzeit dazu entschlossen, ecken- und kantenlose Rockmusik zu verfassen, und die Wonderfools eifern dem in hohem Maße nach.

Wie gesagt, ein gewisses Potential ist den Norwegern nicht abzusprechen. Die 43 Minuten besitzen Reife und Professionalität, aber leider auch verdammt wenig Eigenständigkeit und Nachhaltigkeit, weswegen es dem Quintett mit dieser Veröffentlichung auch nicht gelingt, in die nationale Musik-Elite aufzusteigen.

05.06.2009 Jack