Tonträger

Tracklist

1. Hello Again
2. All Alone
3. The Stranger
4. Makes My Day
5. When It’s Gone
6. You Won’t Bring Me Down
7. Makes My Day (unplugged)

DESTINATION ANYWHERE

You Won’t Bring Me Down

VÖ: 20.05.2009
Label: DIY
Web: http://www.destinationanywhere.de

Schlägt man die alternative Musikbibel auf, dann lässt sich unter den zehn Geboten folgendes entdecken: Du sollst keinen schlechten Ska-Punk spielen. Nun gibt es in jenem Genre zahlreiche Vertreter, deren atheistische Auffassung der Musikwelt sie zu einem eiskalten Verstoß gegen diesen Grundsatz treibt. Destination Anywhere gehörten zwar nie zu der Gruppe der Bands, die ihren Hörern mit schlechtem Ska-Punk Kummer und Sorgen bereiteten, dennoch reichten die elf Songs auf ihrem Debütwerk „Sobstuff, Tales And Anthems“ zumeist nicht aus, um Freudensprünge auszulösen. Also ging es auf den Beichtstuhl, um Besserung zu geloben.

Auf den Namen „You Won’t Bring Me Down“ hört die neue EP des deutschen Sextetts, die wirklich eindrucksvoll bestätigt, dass die Jungs aus dem Raum Betzdorf / Siegen sich keineswegs auf das Nachahmen erfolgreicher Künstler wie Less Than Jake oder die Mad Caddies versteifen, sondern dass die Band sich in positiver Hinsicht weiterentwickelt hat. Die abschließende Unplugged-Version des flotten Tanzflächen-Fegers „Makes My Day“ einmal außer Acht gelassen, haben Destination Anywhere sechs Songs auf die Beine gestellt, die alles andere als abgegriffen, ideen- und kraftlos klingen. Mit „Hello Again“ werden sämtliche Zweifler auf der Stelle wachgerüttelt: Viel Punkrock, ein wenig Ska, aggressive Gitarren, voluminöse Background-Chöre und als wichtigstes Element der Eindruck, dass diese Formation von ihrem Schaffen absolut überzeugt wirkt, machen diese EP außergewöhnlich gut. Selbiges Urteil fing sich das Organ von Frontmann David Conrad bereits im Rahmen des Erstlings-Langspielers ein, und es sei hier noch einmal unterstrichen. Sowohl bei dem zurückhaltenden „All Alone“ als auch im Zuge der strukturell klassischen Ska-Punk-Nummer „When It’s Gone“ fungiert seine Stimme als hervorragendes Aushängeschild. Und dann wäre da noch der Titeltrack „You Can’t Bring Me Down“ – ein großartiger Song mit einem schier grandiosen Refrain, der die Buchstaben „H“, „I“ und „T“ sofort und immer wieder zu Papier bringen lässt.

Mit dieser EP sind Destination Anywhere angekommen in der Welt ernstzunehmender Ska-Punk-Combos, die nicht nur das obige Gebot einhalten, sondern darüber hinaus auch noch jenes, das besagt: Du sollst deine Zuhörer vortrefflich unterhalten und für beste Laune sorgen.

05.06.2009 Jack