Tonträger

Tracklist

1. Fists Buried in Pockets
2. Threat Level Midnight
3. Numero Seven
4. You Can't Sexy Dance to Punk Rock
5. I Have My Books
6. They Rode on in the Friscalating Dusklight
7. We Are Wild Stallions
8. Words Written Over Coffee
9. 5 To 9
10. Election Day
11. Capillaries

THE RIOT BEFORE

Fists Buried In Pockets

VÖ: 29.05.2009
Label: No Panic Records
Web: http://www.myspace.com/theriotbefore

Dass ein vergleichsweise kleines Nest durchaus eine äußerst ergiebige Wiege hörenswerter Musik sein kann, belegt der US-amerikanische Ort Richmond, seines Zeichens Hauptstadt des Bundesstaates Virginia. Wer in der Welt des Punkrocks den einen oder anderen Blick hinter die Kulissen gewagt hat, bei dem wird der Groschen mit Sicherheit fallen: Richmond ist unter anderem die Heimat von renommierten Bands wie Strike Anywhere und Avail. Bei Wikipedia werden diese Künstler gar als Söhne der rund 1,1 Millionen Einwohner umfassenden Stadt erwähnt – Ehre, wem Ehre gebührt.

Mit The Riot Before buhlt nun ein weiterer Spross um rege Aufmerksamkeit. Nachdem ihr Debüt „Horseshoes And Handgrenades“ anscheinend ungehört an unseren Ohren vorbeikam, sollen nun mit dem Nachfolger „Fists Buried In Pockets“ deutliche Ausrufezeichen gesetzt werden. Dies gelingt dank der ausgereiften Mischung aus Streetpunk und Folk sehr gut. Das Quartett um den charismatischen Sänger Brett Adams konzentriert sich nicht ausschließlich auf flotten, eingängigen Punkrock („Numero Seven“, „5 to 9“, „Capillaires“, „You Can’t Sexy Dance To Punk Rock“), sondern bricht dann und wann in melancholische Passagen aus, die gelegentlich Singer-Songwriter-Züge besitzen („Fists Buried In Pockets“, „I Have My Books“). Nicht selten lassen sich Vergleiche zu den frühen Angainst Me! oder The Gaslight Anthems ziehen, dennoch wird während der 35 Minuten keineswegs abgekupfert, vielmehr präsentieren sich The Riot Before stilistisch selbstbewusst und selbstsicher, indem sie es beispielsweise wagen, einige ihre Songs locker an der Fünf-Minuten-Grenze kratzen zu lassen ohne Langeweile zu verbreiten. Dazu gesellen sich noch Texte, die weitab von guter Laune und erhobenen Bierkrügen anzusiedeln sind, dafür aber dem Namen des Albums alle Ehre machen.

Nach den elf Songs ist in der Tat eine Ballung der Faust festzustellen. Nur der Daumen, der macht nicht mit. Er zeigt lieber nach oben.

05.06.2009 Jack