Tonträger

Tracklist

1. Sodom, Gomorrah, Washington D.C. (Sheep In Shepherds Clothing)
2. The Economy Is Sufferin...Let It Die
3. The Gre(A)T Depression
4. We Are The One
5. You Are Fired (Take This Job)
6. This Is The First Night
7. No War Without Warriors (How Do You Sleep
8. When All The Lights Go Out
9. On Independence Day
10. The Old Guard
11. Teenage Kennedy Lobotomy

ANTI FLAG

The People Or The Gun

VÖ: 05.06.2009
Label:
Sideonedummy Records
Web: www.anti-flag.com

Was machen Punkrockbands nach ihrer Abkehr von den großen Plattenfirmen? Mit hoher Wahrscheinlichkeit veröffentlichen sie ein Album auf Sideonedummy Records. MXPX, Goldfinger, The Suicide Machines, The Mighty Mighty Bosstones, 7 Seconds und jetzt Anti-Flag – das kalifornische Label scheint sich in der Rolle des Refugiums für Ex-Major-Formationen äußerst wohl zu fühlen. Wobei hinzuzufügen ist, dass Anti-Flag von ihrem Arbeitgeber nicht fallengelassen wurden wie eine heiße Kartoffel, sondern ihren über zwei Alben währenden Vertrag erfüllt haben. Demzufolge stand es dem Quartett aus Pittsburgh frei, unter welcher Flagge ihr neues Album „The People Or The Gun“ herausgebracht wird.

Man entschied sich also für Sideonedummy Records und bescherte dem Label damit ein weiteres Zugpferd nebst einem weiteren schicken Album. Denn mit „The People Or The Gun“ verdeutlicht die Band um Justin Sane und Chris #2, dass ihnen das große Musikbusiness keinen dauerhaften Schaden zugefügt hat. Binnen 31 Minuten entfalten Anti-Flag eine schnörkellose Energie, indem sie auf stilistisch entlegene Spielereien komplett verzichten und sich stattdessen auf dynamische Midtempo-Kracher wie beispielsweise „We Are The One“, „This Is The First Night“, „The Old Guard“ oder „Sodom, Gomorrah, Washington D.C. (Sheep In Shepherds Clothing“ konzentrieren. Die Absicht ist mehr als deutlich: Mit den elf Songs bieten die Polit-Punks ein ausgiebiges Animationsprogramm zum kollektiven Mitsingen – und wer die Texte von Anti-Flag lauthals von sich gibt, der tut gleichzeitig deren kritische Botschaften kund. Denn auch wenn der verhasste Geroge W. Bush seinen Präsidentenstuhl räumen musste, gibt es immer noch ausreichend Wunden, in die die Finger gelegt werden können, wie unter anderem die Wirtschaftskrise oder die der fortwährende Einsatz der US-amerikanischen Truppen im Irak.

Die Tatsache, dass der Vierer seinen siebten Langspieler in Eigenregie produziert hat, gestaltet die Sache noch authentischer beziehungsweise sympathischer. Mit „The People Or The Gun“ bestätigen Anti-Flag den Sideonedummy-Effekt: Zeigte sich die jeweilige Band auf dem Major-Label noch in ziemlich durchschnittlicher Form, so wirkt der Wechsel zum Qualitäts-Indie wie eine Befreiung. Und diese hört man in diesem Fall deutlich.

03.06.2009 Jack