Tonträger

Tracklist

1. Dissdissdisskisskisskiss
2. Choppy Yet Sincere Apology
3. Catastrophe
4. Alexandria
5. Pilgrims in an Unholy Land
6. Sleepless
7. Robots May Break Your Heart
8. Tearjerker
9. Keep Me from Drinking
10. Steer Clear
11. Victory Lap

RIVERBOAT GAMBLERS

Underneath The Owl

VÖ: 22.05.2009
Label: Volcom Entertainment
Web: http://www.theriverboatgamblers.com/

Man schrieb das Jahr 1994, als der Punkrock sein großes Revival feierte. Bands wie Green Day und The Offspring mutierten zu regelrechten Megasellern, und plötzlich rannte auch die frisch gebackene Konfirmandin aus der Nachbarschaft mit einem NOFX-Kapuzenpulli durch die Straßen. Doch wie es bei Hypes nun einmal der Fall ist, gestaltet sich die Halbwertszeit des musikalisch Trendigen ziemlich kurzfristig, wovon auch der Punkrock nicht verschont blieb. Nach einigen Jahren im Schatten von Emo, Screamo und Konsorten deutet einiges darauf hin, dass das Genre wieder ein wenig im Kommen ist – in etwas abgewandelter Facon. Die kalifornische Fröhlichkeit muss sich vorerst mit dem Abstellgleis begnügen, denn aktuell geben Gelassenheit, Abwechslung und Herz den Ton an.

„Stil-Ikonen“ wie The Gaslight Anthem und Against Me! haben das Feld für Bands wie The Riverboat Gamblers geebnet, deren Status nach mittlerweile zwölf Jahren Existenz durchaus als gestanden bezeichnet werden darf. Nach der Abkehr vom Party-Punkrock der Anfangsjahre und nach zahlreichen Mitgliederwechseln hat sich das Quintett aus Texas gefunden, zumindest erwecken die elf Songs auf „Underneath The Owl“ einen solchen Eindruck. Sie erscheinen sowohl durchdacht als auch variantenreich. Mit dem kurzen „Dissdissdisskisskisskiss“ wird „Underneath The Owl“ – unterstützt von Ex-Skateporfi und F.Y.P.- und Toys That Kill-Frontmann Todd Congelliere – aggressiv und geradlinig eingeleitet, im Anschluss schwanken die Riverboat Gamblers zwischen kraftvollen Refrains („Pilgrims In An Unholy Land), melancholischen Momenten („The Tearjerker“) und Ramones-mäßiger Einfachheit („Keep Me From Drinking“). Zum Abschluss absolviert der US-amerikanische Fünfer mit „Victory Lap“ noch eine enorm hörenswerte Ehrenrunde, bevor es nach 37 Minuten heißt: Schönen dank, Jungs! Das war richtig gute Musik. Von den Texanern wird in Zukunft sicher noch einiges zu hören sein.

22.05.2009 Jack