Tonträger

Tracklist

1. The! (Great New Son Of Power And Success)
2. Sunshine
3. Get Me There
4. Panties
5. Access Denied
6. CPR
7. 250 Boys Per Minute
8. Pretty Little Notes
9. Jerk
10. Karaoke Night
11. Sneak A Peak
12. Love Song

ATTA

I Just Love to Say I Called You

VÖ: 08.05.2009
Label: Toypie Records
Web: http://www.myspace.com/attaband

Gewöhnlicher Weise wissen die Schweden, wie man Trends setzt. Die legendären Abba beispielsweise setzten in den 70er Jahren mit ihren schrillen Outfits neue Maßstäbe, in den 80ern stürmten Formationen wie Europe und Roxette weltweit die Charts, im darauf folgenden Jahrzehnt entpuppte sich das Land als wahre Talentschmiede in Sachen Punkrock und Metal, und seit der Jahrtausendwende geben Bands wie The Hives, The Sounds, Mando Diao und The (International) Noise Conspiracy den Ton an. Atta stammen ebenfalls aus Schweden, doch die Tatsache, dass sie sich noch weit entfernt vom Status eines musikalischen Aushängeschildes befinden, mag zum Einen daraus resultieren, dass es das Trio erst seit etwas mehr als zwei Jahren gibt, und zu anderen, dass sie sich dem Genre widmen, das vor etwa zehn bis 15 Jahren seine absolute Glanzzeit erlebte. Lockerer Poppunk im Stile von Blink 182, dazu ein strahlendes Kind mit Omas Brille auf der Nase auf dem Cover, ein kleines Wortspiel im Albumtitel, abgerundet von Bandmitgliedern mit Tierköpfen – das scheint sich jemand gehörig in der Zeit geirrt zu haben!

Dennoch sind Freunde des Punkrocks der 90er Jahre stets dankbar für frische Klänge in der Welt der „The“-Bands und der Einheitsanzüge. Nur leider werden solche nicht ausnahmslos von den drei Skandinaviern geliefert, was bedeutet, dass „I Just Love To Say I Called You“ nicht immer überzeugen kann. Prinzipiell steht gute Laune auf dem Programm, doch diese wird durch einige äußerst langweilige Vertreter unter dem Dutzend Songs, als da wären „Pretty Like Notes“, „Love Song“ und „CPR“, getrübt. Dabei starten die knapp 40 Minuten mit „The! (Great New Song Of Power And Success)“ und „Sunshine“ noch im Sinne Turnvater Jahns, also frisch, fromm, fröhlich und frei wie Blink 182 auf “Enema Of The State”. Noch ein wenig weiter zurück in der Diskografie des kürzlich wiedervereinten Erfolgstrios aus den Staaten gehen die furiosen “250 Boys Per Minute” und „Jerk“, die einen würdigen Platz auf „Cheshire Cat“ verdient hätten.

Stilistische Parallelen sind zwischen den kalifornischen Megasellern und den schwedischen Newcomern also durchaus auszumachen – sicherlich nicht das schlechteste Attribut, zwischendurch allerdings ein wenig sehr aufdringlich. Gelingt es Atta, dies einzudämmen und darüber hinaus einigen Nummern wesentlich mehr Frische zu verleihen, dann prophezeie ich den jungen Nordmännern eine erfolgreiche Zukunft. Immerhin kommen sie aus Schweden, was dem Anschein zufolge schon einmal die halbe Miete ist…

02.05.2009 Jack