Tonträger

Tracklist

1. The Object
2. The Subject
3. The End
4. Downtown Train

RENTOKILL

The O.S.E.

VÖ: 27.02.2009
Label: Horror Business  Records
Web: http://www.rentokill.com

EPs ähneln dem sprichwörtlichen zweischneidigen Schwert: Es gibt Fans, die ihre Bezeichnung deutlich vom ursprünglichen Terminus „fanatisch“ ableiten und dementsprechend ausnahmslos alles gutheißen, was ihre Idole von sich geben. Bei solchen Gönnern steht natürlich jede noch so sinnfreie Veröffentlichung ganz oben auf der Einkaufsliste. Und es gibt Anhänger von Bands, die natürlich viel Wert auf eine möglichst komplette und originale Diskografie-Sammlung legen, sich aber nicht jedes Best-Of-Album gefallen lassen.

Nun bringen Rentokill eine EP mit insgesamt 4 Songs respektive rund 14 Minuten Musik auf den Markt. Erstere Gruppe wird sich auf diese Scheibe stürzen wie Dieter Bohlen auf die nächste Brünette, letztere wird berechtigte Zweifel anbringen. Hätte es diesen Tonträger gegeben, wenn die vier Österreicher nicht als offizielle Vorband für Rise Against und Strike Anywhere hätten fungieren und damit vor einem riesigen Publikum auftreten dürfen? Immerhin hat das letzte Studioalbum „AntiChorus“ bereits zwei Lenze auf dem Buckel, ist also nicht mehr ganz so taufrisch. Da bietet es sich doch an, auf der Welle der großen Bühnenpräsenz schwimmend Handfestes unter das Volk zu bringen. Doch was machen, wenn das vorhandene Material nicht für eine komplette Langspielplatte ausreicht? Logisch, man veröffentlicht eine EP!

Nun gut, halten wir Rentokill zugute, dass ihnen erstens eine derartige Unternehmenspolitik mit Sicherheit fern liegt und zum Zweiten „The O.S.E.“ als bunte Vinylscheibe in begrenzter Stückzahl – der Silberling ist nur eine kostenlose Beilage für die moderneren Abspielgeräte – veröffentlicht wird. Somit sieht die ganze Sache doch schon ganz anders aus, darüber hinaus geht es auch bei diesem Sammlerstück um die Musik, und die ist erneut prima. Eingeleitet wird die Geschichte von „The Object“, bei dem die Österreicher das Gaspedal wie bekannt voll durchtreten, gefolgt vom ebenfalls temporeichen „The Subject“. Auf die aggressive erste Hälfte folgen mit „The End“ und „Downtown Train“ zwei entspannte Nummern, die beweisen, dass Rentokill nicht immer Vollgas geben müssen, um gut zu klingen. Wo wir fast automatisch bei der Produktion wären, die – wie auch das Artwork – in den Händen der Band selbst lag und keinerlei Defizite zu offenbaren vermag.

Anhängern der Formation aus der Alpenrepublik sollte „The O.S.E.“ in Grunde jetzt schon gehören. Wer darüber hinaus richtig guten Punkrock favorisiert und sich auf der Suche nach einem echten Schmuckstück befindet, der sollte hier dringend zugreifen. Möge die Band mir abschließend verzeihen, dass ich diese Rezension genutzt habe, um über dem EP-Format das Damoklesschwert kreisen zu lassen. An den entsprechenden Stellen dürfen sich Rentokill nicht angesprochen fühlen.

01.05.2009 Jack