Tonträger

Tracklist

1. The New Ministry
2. The Prey
3. The American Dream
4. Feeding Frenzy
5. The Hunter
6. Famous Last Words
7. A Long Walk Home
8. Shock Of The Century
9. Discovery Of Jones
10. Standing On Paper Stilts
11. Night Of A Thousand Torches
12. The Slaughter Begins

WALLS OF JERICHO

The American Dream

VÖ: 22.08.2008
Label: Trustkill Records
Web:
http://www.wallsofjericho.com/

Metallischer Hardcore mit Frauengesang – vielen wird sich bei einer solchen Kombination die Frage aufdrängen, ob diese Chemie wirklich stimmt. Schließlich kennt man die Organe der Damenwelt meist als zarte und klare Stimmen, die im Bereich der Popmusik ihre beste, weil erfolgreichste Figur machen. Aber im Zusammenspiel mit bolzenden Gitarren und Doublebass?

Den Gegenbeweis treten einmal mehr Walls Of Jericho an, deren Frontfrau Candace Kucsulain in punkto Wut und Wucht wie gehabt stimmlich alles übertrifft, was ihr auf dem Rockmusiksektor in die Quere kommt. Es erscheint absolut erstaunlich, wie authentisch und überzeugend sich die Sängerin in einer ausgewiesenen Männerdomäne bewegt, fast so, als würde Lieschen Müller von nebenan in der Fußball-Bundesliga mit Luca Toni und Konsorten um die Wette ballern. Dann gelingt es Candace Kucsulain aber auch, im Rahmen des ruhigen Abschlusses unter dem passenden Titel „The Slaughter Begins“ ihre Stimmbänder zu entspannen und auf Melancholie umzustellen, so wie es auf der „Redemption“-EP der Fall ist.

Schon dieser Gesichtspunkt macht Walls Of Jericho irgendwie außergewöhnlich, hinzu kommt noch der instrumentale Teil, der zwar zahlreiche Eigenheiten des Metalcore beinhaltet, dennoch lange nicht unangenehm kraftprotzend oder gar massentauglich herüberkommt wie die Klänge vieler Artgenossen. Der Fünfer aus Detroit versteift sich während der 36 Minuten nicht auf eine oberflächliche und monotone Riff- und Doublebass-Prügelei, sondern schwankt gekonnt zwischen brachialen Uptempo-Passagen, gedrosselten Mosh-Parts, technisch versierten Gitarrenspielereien und eingängigen Momenten. Des Weiteren wird das Dutzend Songs nicht mittels Ausflüge in andersartige Klangwelten künstlich aufgebauscht, sondern nüchtern und prägnant am Boden gehalten. Auf diese Weise bleibt „The American Dream“ ein kurzweiliges Erlebnis, das vor lauter Wut – sowohl musikalisch als auch textlich – nur so strotzt. Hier wird der amerikanische Traum mit der groben Körnung bearbeitet, und zwar fachgerecht!

20.04.2009 Jack