Tonträger

Tracklist

1. A Hell Of A Speech
2. Empire
3. Mark Of Separation
4. Virgin Birth
5. Is This What Makes You Happy
6. Call The Ambulance
7. Military First
8. Suicide Bombers
9. A Cause For Comfort
10. Panic Sets In
11. The Scars We Hide

(Kopie 1)

JULIA

The Scars We Hide

VÖ: 16.01.2009
Label: Calm Records
Web: http://www.julia.co.at/

“Take your gods and bury them in the mass graves they create.” – Es klingt nicht unbedingt nach einem harmonischen Verhältnis zu den religiösen Aushängeschildern, was die vier österreichischen Musiker, die sich hinter dem in Grunde brav klingenden Bandnamen Julia verbergen, in ihrem Booklet zum Ausdruck bringen. Hier scheint jemand über einen gehörigen Bauch voller Wut zu verfügen, der sich auf musikalische Art und Weise entlädt. Das Ergebnis ist das Album „The Scars We Hide“, das äußerst gerne entdeckt werden darf.

Bekannter Maßen gibt es Scheiben, die benötigen den einen oder anderen Durchlauf, um so richtig zu zünden. „The Scars We Hide“ ist ein solches. Nicht auf der Stelle gelangt man zu dem Entschluss, dass es sich bei Julia nicht lediglich um eine von Billy Talent, Incubus und den Queens Of The Stone Age beeinflusste Band handelt, sondern um ein Quartett, dass oftmals weitaus mehr zu gefallen weiß als besagte Inspirationsquellen. Schuld daran ist der aggressive Punkrock mittlerer Geschwindigkeit, der sich zwischendurch noch einige Grunge-Elemente zu Eigen macht. Das Wunderbare an den 43 Minuten Spielzeit ist die erfolgreiche Wanderung auf dem schmalen Grat zwischen Dynamik und hörbarer Unzufriedenheit. So wirken die elf Songs zu kraftvoll, um als verzweifelt deklariert zu werden, und zu unausgeglichen, um im Frühstücksprogramm diverser Radiosender für eitel Sonnenschein zu sorgen. Dafür geben sich Julia alleine textlich zu direkt: „Empire“ beispielsweise verfolgt die kritische Haltung gegenüber religiösen Vorbildern mit den Zeilen „If your god is so great now – why do children kill and get killed“ und „If your god is so great now – why do fanatics spread around in the name of their god who’s so great but not found“ konsequent weiter.

Musik, Texte, ein umfangreiches Booklet und nicht zu vergessen die mächtige Produktion – an diesem Album stimmt eine ganze Menge. Ich hatte bereits erwähnt, dass Julia aus Österreich stammen? Langsam, aber sicher werden mir unsere Nachbarn im Südosten unheimlich…

20.04.2009 Jack