Tonträger

Tracklist

1. 1995
2. Nothing To Prove (Feat. Roger Miret)
3. Sunday
4. A Thin Line (Feat. Freddy Criecen)
5. Unconditional
6. Still Here (Feat. Civ)
7. Fairweather Friend (Feat. Kevin Seconds & Lou Koller)
8. Heart On My Sleeve
9. Mitts
10. What Happened (Feat. Matt Skiba & Lou Koller)

High Five Drive

Full Blast

VÖ: 13.04.2009
Label: Hopless Records
Web: http://www.highfivedrive.com/

Entfernt man den brandneuen High Five Drive-Tonträger aus der für sie vorgesehenen Halterung, dann lässt sich die Anordnung „Turn it up full blast“ ausmachen. Zu Befehl! Schließlich ist von „Full Blast“, dem mittlerweile dritten Album der vier Kanadier, in erster Linie eines zu erwarten: Vollgas. Und da trifft es sich doch gut, wenn man als Empfänger der zwölf frischen Songs in Sachen Lautstärke optimal vorbereitet ist.

Wer die beiden Vorgänger „Service Engine Soon“ und „From The Ground Up“ bereits kennt, der weiß, dass High Five Drive sich zumeist dem Punkrock in seiner schnellsten Ausführung widmen – hier und dort ist von „Speed Rock“ die Rede –, andererseits aber auch imstande sind, ruhigere und melancholischere Nummern einzustreuen. Ein großes Manko war jedoch stets die Produktion, die über alle Maßen unausgeglichen klang, so dass sich der geneigte Anhänger wünschte, High Five Drive würden in diesem Punkt professionelle Hilfe aufsuchen. Sie machten es. Mit der Produktion wurde John Peters betraut, der in der Vergangenheit unter anderem mit Comeback Kid kollaborierte, das Mastering übernahm Alan Douches, der bereits den klanglichen Feinschliff für Bands wie Converge, Shai Hulud, Agnostic Front und Every Time I Die übernahm.

Die Zusammenarbeit hat gefruchtet, denn nie war der Sound der Kanadier besser – was man von dem Liedgut allerdings nicht behaupten kann. Sowohl bei Überschall-Nummern wie „Vengeance Theme“, „Inspiration Is Realization“ oder „Save Yourself“ als auch bei den zahlreichen gedrosselten Titeln fehlt die quirlige Spielfreude von einst, als man sich nur schwer vorstellen konnte, wie die jungen Herren den Strung-Out-trifft-A-Wilhelm-Scream-ähnlichen Punkrock bei dem furiosen Tempo überhaupt auf der Bühne darbieten können. Dementsprechend lässt auch die Frische hörbar zu wünschen übrig, die „Full Blast“ eben fehlt, um in im Rennen der artgenössischen Spitzenalben einen Platz in der Punktewertung herauszufahren. Stattdessen werden müde Emo-Balladen („The Memories That Keep“) oder verloren wirkende Akustik-Ausflüge vom Stapel gelassen, die nie erahnte Schwächen seitens der Künstler offenbaren.

Leider können High Five Drive dieses Mal die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Doch trotz der Enttäuschung meinerseits darf dem Quartett gerne einmal Gehör geschenkt werden, denn schlecht ist es sicherlich nicht, was die Band auf die Beine stellt, es reicht nur nicht für zügellose Jubelstürme.

19.04.2009 Jack