Tonträger

Tracklist

1. Let the games begin
2. The brightest green
3. Where the wild things are (monsters)
4. Halfway sober 
5. You and I
6. Passion for publication
7. Always dirty, never clean

ANARBOR

Free Your Mind

VÖ: 13.07.2009
Label: Hopeless Records
Web:
http://www.anarbor.net

Ah, Hopeless Records! Nostalgikern unter den Punkrockhörern entlockt diese Plattenfirma heute noch gelegentlich ein Freudestrahlen, erinnert man sich an ihre einstigen Zugpferde wie Against All Authority, Break The Silence, Thrice und 88 Fingers Louie. Blöder Weise weht der Wind in den Räumlichkeiten von Unternehmensgründer Louis Posen mittlerweile ein wenig anders: Pustete er einst noch ungestüm durch den Hörapparat, so pfeifen nunmehr einige laue Lüftchen zwischen Hammer, Amboss und Steigbügel hindurch. Der aktuelle Kader umfasst unter anderem Künstler wie All Time Low, Nural, Kaddisfly, Royden und The Dangerous Summer – allesamt Bands, die so weit von den Ursprüngen des Labels entfernt sind wie derzeit die Quecksilbersäule von der 30 Grad-Marke.

Anarbor stellen in diesem Fall keine Ausnahme dar. Die vier schnieken Jungs aus Phoenix/Arizona spielen kuschelweiche Rockmusik, die höchstwahrscheinlich in Teenie-Gefilden hervorragend ankommt. „Hör’ mal, wie die abgehen“, sagt das kleine Fritzchen zu der kleinen Erna, während er sich eine frische Flasche Robby Bubble aufschraubt. „Oh, machen die etwa diesen komischen Punkrock“, fragt die kleine Erna. An dieser Stelle schreiten wir in die Unterhaltung ein und betonen, dass es sich um Rockpop der emotionalen Sorte handelt, kurz Emorock, das böse Monster aus den Charts. Es hat sich auch die sieben Songs auf „Free Your Mind“ geschnappt und ausnahmslos verschlungen. Nun muss das US-amerikanische Quartett durchweg massentaugliche Musik machen, die so gut wie keinen akustischen Nährwert besitzt. Was binnen der knapp 23 Minuten aus den Lautsprechern gelangt, haben Bands wie Fall Out Boy, Cute Is What We Aim For und Panic! At The Disco schon lange erklingen lassen.

Natürlich werden Anarbor früher oder später in Vorprogramm besagter Bands auftauchen. Dann stehen auch das kleine Fritzchen und die kleine Erna vor der Bühne und kreischen fleißig. Bis sie dann sechzehn Jahre alt sind und erfahren, dass eine vernünftige Portion Tiefgang einer Veröffentlichung wahnsinnig gut tun können.

15.04.2009 Jack