Tonträger

Tracklist

  1. Sick Sad World
  2. No Graduation
  3. Mermaid
  4. Death From Above
  5. Controlled By Aliens
  6. Are You Lonely
  7. Dancing With Wolves
  8. The One
  9. Loaded Gun
  10. Trick Or Treat
  11. The Beast Within
  12. Mobile Phone
  13. Should Have Known Better
  14. Vampire Empire
  15. Song For The Blue
  16. Capitol Ville

HIGHSCHOOL NIGHTMARE

Nightmare High

VÖ: 02.04.2009
Label: True Rebel Records
Web: http://www.myspace.com/highschoolnightmare

Freizeitbeschäftigungen ohne Grenzen: Es gibt Menschen, die springen beispielsweise bei Minusgraden in die See. So etwas schimpft sich „anbaden“. Dann gibt es welche, die schlüpfen zwischenzeitlich in die Klamotten des jeweils anderen Geschlechts, was mit dem schicken Anglizismus „Cross-Dressing“ modern umschrieben wird. Es gibt aber auch Artgenossen, die basteln Figuren aus Tierknochen, um diese als Hauptdarsteller für Horror-Kurzfilme zu nutzen, und produzieren dazu einen Soundtrack. Der musikalische Teil dieser leicht abstrusen Aktivität nennt sich dann High School Nightmare.

Kümmerte sich Timo von der Hamburger Punkrockformation Small Town Riot anfangs noch als Solist um die cineastischen Hintergrundklänge, so hat er mittlerweile in Ritchy (Ex-Antikörper) und Benny (Ex-Frank Drinks Milk) die personelle Verstärkung gefunden, um eine schlagkräftige Bühnentruppe auf die Beine zu stellen. Aus dem Projekt wurde binnen kurzer Zeit eine eingespielte Truppe, die mit „Nightmare High“ einen 16 Songs starken Longplayer vorlegt, der das Potential des Trios deutlich dokumentiert. Zwischen Totenkopf und verlassener Villa breiten sich 44 Minuten feiner Punkrock aus, die die Hörerschaft in keinster Weise in eine Schockstarre versetzen. Vom klassischen Horrorpunk mit all’ seinen Grusel-Sperenzchen ist auf diesem Album herzlich wenig auszumachen, vielmehr reiht sich das Debüt der Hamburger nahtlos in die Qualitäts-Riege des Streetpunks ein, auch wenn die strukturellen Ideen nicht gerade wie ein frischer Vampirbiss wirken.

Dennoch: Jede Menge Spielfreude, knackige Vollgas-Nummern („Vampire Empire“, „The Beast Within“, „Sick Sad World (Welcome To Hell)“), eingängige Refrains („Trick Or Treat“), eine ruhige Ballade für die Quote („Song For The Blue (Travelling Heart Part II)“), hier ein dezentes Piano, dort eine Mundharmonika – ob der positiven Resonanz auf diesen Silberling wird sicher niemandem Angst und Bange sein. Das einzig Gruselige an dieser Veröffentlichung sind die Songtitel, die von Hölle, Blutsaugern, Tod, Bestien und Außerirdischen sprechen, ansonsten geht aus „Nightmare High“ jedoch durchweg die Sonne auf, und schon ist es mit dem Spuk vorbei. Wenn beim Werkeln mit Tierknochen immer so etwas Hörenswertes herauskommt, dann sollte diese Tätigkeit schleunigst zur Volks-Freizeitbeschäftigung ernannt werden.

13.04.2009 Jack