Tonträger

Tracklist

CADDIESHACK

Medication In Stereo

VÖ: 06.03.3009
Label: DIY
Web: http://www.caddieshack.de

Es ist in der Tat eine besondere Freude, Bands aus der Region unter die Lupe zu nehmen und ihnen gegebenenfalls ein wenig Schützenhilfe zuteil werden zu lassen. Viele Gelegenheiten dazu gibt es wirklich nicht, fristet Deutschlands nördlichstes Bundesland Schleswig-Holstein in Sachen wilder Rockmusik ein deutliches Schattendasein. Diesem Zustand sagen zwar bekannte Combos wie Smoke Blow aus Kiel und Turbostaat aus Flensburg aktuell den Kampf an, dennoch kommt danach herzlich wenig. Der musikalischen Einöde zwischen Nord- und Ostsee möchten seit mittlerweile neun Jahren Caddieshack Einhalt gebieten. Die Tatsache, dass mir persönlich von den Nordlichtern bis dato noch rein gar nichts zu Ohren gekommen ist, muss nicht unbedingt als Negativkriterium ausgelegt werden. Es kann ja durchaus sein, dass sich in der Heimat ein kleiner Rohdiamant versteckt hielt, der mit seinem neuen Album „Medication In Stereo“ ans Tageslicht gerät.

Gut, wer vor rund einem Jahrzehnt als Skapunk-Formation namens Skaface seine ersten musizierenden Schritte wagte, hat sich seinen mangelhaften Bekanntheitsgrad redlich verdient. Mit den Jahren wurde der Ska entfernt, und die Lücke wurde mit emotionalen Klängen und einem Stück Screamo aufgefüllt. Herausgekommen sind dabei elf Songs, die ausgereift, vielseitig und professionell klingen. Auf eine kurze Piano-Einleitung folgt ein fein produziertes Wechselspiel aus ordentlichem Midtempo-Punkrock, sanfteren Emo-Tönen und wütenden Schrei-Passagen. Zwischenzeitlich streuen Caddieshack einige feine Refrains und sogar ein schwermetalliges Gitarrensolo ein. Auf letzteres kann man gerne verzichten, genau wie auf die abschließenden Songs – ich würde sie namentlich nennen, doch weder die Albuminfo noch der lieblose Pappschuber noch das Medium Internet verfügen über eine Tracklist. Denn nach den ansprechenden, weil schön druckvollen neun Nummern schicken die Schleswig-Holsteiner ihre Verstärker in Rente und lassen ihre Zuhörer mit einem dünnen Piano-Instrumentalstück und einer vernachlässigenswerten Akustik-Ballade zurück. Und es hätte doch alles so schön sein können.

Abgesehen von dem ruhmlosen Abschluss der 40 Minuten ist „Medication In Stereo“ aber ein hörenswerter Langspieler, auch wenn ich mich nicht in der Lage sehe, bestimmte Songs anders als mit dem Hinweis „Nummer sechs ist gut“ weiter zu empfehlen.

06.04.2009 Jack