Tonträger

Tracklist

1. Two birds stoned at once  
2. Is it progression if a cannibal uses a fork
3. Lexington (Joe pea-pot with a monkey face)
4. Bulls make money, bears make money, pigs get slaughtered
5. A letter from Janelle
6. I didn't say I was powerful, I said I was a wizard
7. ...and then the liver screamed "Help!"  
8. We swam from Albatross, the day we lost Kailey Cost
9. Life is a perception of your own reality
10. If I cut my hair, Hawaii will sink
11. Smitten for the mitten
12. Intensity in ten cities
13. The undertaker's thirst for revenge is unquenchable (The final battle)
14. I didn't say I was powerful, I said I was a wizard (Acoustic Version)
15. A letter from Janelle (Acoustic Version)

CHIODOS

Bone, Palace, Ballet: Grand Coda

VÖ: 09.02.2009
Label: Warner Music
Web: http://www.chiodos.net/

“Ich denke, in unserer Musik und Performance lassen sich Elemente entdecken, die man bei keiner anderen Band findet. So erklärt sich unserer Erfolg“. Derartige Äußerungen dürfen nur unserem deutschen Musikphänomen Hans-Peter Geerdes, besser bekannt als Scooter – Frontmann H.P. Baxxter, über die Lippen kommen, ohne dass es völlig unglaubwürdig klingt.

Trotzdem wagt sich Chiodos – Keyboarder Brad Bell mit markanten Worten aus der Deckung und legt noch gar einen drauf. „Wir geben unseren Fans gern ein Ereignis, eine Erinnerung, die sie nicht vergessen“. Auch hier muss ganz eindringlich auf eine Show von Scooter mit dem besten Keyboarder Rick J. Jordan verwiesen werden, da dem Satz abschließend nicht entnommen werden kann, ob das Ereignis oder die Erinnerung gut sein müssen.

Schauen wir jetzt hinter die Fassade der Band, die sich nach dem Brüderpaar Charles und Stephen Chiodo benannt haben, die in den 1980er Jahren ihr Brot mit Horrorstreifen verdient haben. Da bietet es sich doch gleich an noch ein paar Figuren von Nightmare Before Christmas „auszuleihen“, um sich damit auch gleich optisch Zeichen hinsichtlich der Einzigartigkeit zu setzen. Wer sich jetzt schon an My Chemical Romance erinnert fühlt, der darf sich als legitimer Nachfolger von Fernsehschnüffler Lenssen fühlen. Aller anderen bekommen jetzt weitere Eindrücke von „Bone Palace Ballet: Grand Coda“, welches in den USA bereits Ende 2007 veröffentlich wurde und damals ansatzlos auf Platz 5 der Billboard Charts sprang. Für die spätzünden Europäer wurde die Suppe noch mal aufgeköchelt, um fünf Songs ergänzt und mit einem neuen Cover ausgestattet, so dass es fast wie neu aussieht.

Die Karnevalssaison ist zwar seit einigen Wochen vorüber, aber spätestens nach „Bulls make money, bears make money, pigs get slaughtered“ steht fest, dass Chiodos ihren eigenen „Emokarneval“ eröffnen. Sänger Craig Owens mit seiner weiblich angehauchten Stimme feuert aus allen Rohren und lässt dabei die Einzigartigkeit ein wenig vermissen, aber deckt die gesamte Bandbreite des Emos ab. Es geht um standesgemäß hübsche Mädchen, Romantik, Trennungen und verlorene schwarze Seelen, die nach den Lebenden greifen, die sich in ihrer vermeintlich perfekten Welt wähnen. Man könnte gar von einem weiteren Teil der „Black Parade“ reden, aber dies wäre nun doch zu einfach, da Chiodos mehr als ihre Warner – Kollegen zu bieten haben. Ständige Stilwechsel inklusive vermeintlich gehaltvoller Songtexte, die mit Zitaten von Bukowski und Nitsche angereichert werden, führen in den meisten Fällen zur völligen Zerfahrenheit, aber dies vermeiden Chiodos gekonnt und bieten auch den emomüden Musikliebhabern diverse Gründe, um nach der großen Emowelle noch einmal hinzuhören.

Ein rundum perfektes Album für alle Emily The Strange – Anhänger, die ab und zu mal über den Emotellerrand hinaus schauen möchten, aber bitte doch an den gewohnten Zutaten keine Änderungen wünschen.


22.03.2009 Tim