Tonträger

Tracklist

1. Ulysses 
2. Turn It On 
3. No You Girls 
4. Send Him Away 
5. Twilight Omens 
6. Bite Hard 
7. What She Came For 
8. Live Alone 
9. Can't Stop Feeling 
10. Lucid Dreams 
11. Dream Again 
12. Katherine Kiss Me 

FRANZ FERDINAND

Tonight

VÖ: 23.01.2009
Label: Domino Records
Web: http://www.franzferdinand.co.uk/

Kinder, heute kommt der Franz vorbei, und der wird euch zeigen wie man zu minimalistischen, aber durchaus raumfüllenden Klängen lässig tanzt.

Nachdem sich die Jungs vor Jahren noch öffentlichkeitswirksam die Gesichter gegenseitig umgestaltet haben, läuten sie jetzt die dritte Runde ein. Das Lampenfieber und der nahezu unmenschliche Druck nach einer hervorragenden ersten Runde sind verflogen, so dass man „Tonight“ mit nur drei Worten beschreiben kann. Hits, Hits, Hits.

Die Band selbst preist ihre dritte Runde als hedonistisches Werk an, mit dem sie die Nacht zum Tag machen. Wurde nicht in der Vergangenheit schon so manche Party mit bspw. „Take Me Out“ erst so richtig angestoßen, um dann erst am nächsten Morgen zu enden?

"Ulysses" heißt die erste Singlekopplung aus „Tonight“ und zeigt hier gleich mal, was Phase ist. Kapranos Gesang, der in Verbindung mit dem Schlagzeug und ein wenig Bass, die Füße wippen lässt bevor der Refrain den restlichen Körper befällt und zum Tanz bittet. Schuld an dieser Misere sind Orgeln, Vibraphone und elektronische Effekte, die dem FF- Fan bis dato völlig unbekannt waren. Diese neuen Elemente werden zum Teil mit einer Raffinesse eingeflochten, dass sie einem beim oberflächlichen Hören kaum auffallen und die Textur zwar unmerklich, aber sehr effektiv verdichten.

FF mausern sich auf „Tonight“ zu einer echten Tanzkapelle, der es einzig um das Wohl ihrer Jünger geht. Spätestens bei „No You Girls“ brennt der letzte tanzunwillige Clubbesucher ein nie dagewesenes Feuerwerk auf der Tanzfläche ab. „Send Him Away“ beruhigt die Menge lässt sie aber trotzdem nicht auskühlen bevor es bei „Bite Hard“ zurück in die Vergangenheit heißt. Kräftiger Gitarrensound zwingt die Besucher den Club umzugestalten. Schon Deichkind sagten „Schmeißt die Möbel aus dem Fenster, wir brauchen Platz zum Dancen“.

„What She Came For“ benötigt jetzt auch den neu geschaffenen Platz, damit die Massen ihren Gefühlen freien Lauf lassen können. Es groovt wie gehabt und FF feiern ein fulminantes Comeback und schauen verächtlich auf Mitbewerber wie Kaiser Chiefs herab, die eben keine Rückkehr mit ihrem neuen Album feiern konnten.

Bis „Lucid Dreams“ scheint die Band gewusst zu haben, was sie macht, aber nach etwas über dreieinhalb Minuten verwandelt sich „Lucid Dreams“ in „Acid Dreams“. Aus dem Nichts kredenzen die Jungs uns über vier Minuten eine Mischung aus House, Techno und Trance. Ebenso so schwer verständlich sind beiden Nachfolger, die den Gesamteindruck ein wenig verwässern, aber wir sind trotz Finanzkrise positiv gestimmt und verbieten dem CD-Player die letzten drei Songs zu spielen, so dass wir wie bereits eingangs gesagt nur Hits vorfinden.

FF liefern den DJs der Clubs massig Steilvorlagen, die sie bis zum Morgengrauen jetzt nur noch geschickt nutzen müssen. Selten war es so einfach Massen für unbekannte Songs zu begeistern. Wir freuen uns auf das Jahr 2009 mit FF.

12.02.2009 Tim