Tonträger

Tracklist

1. Atlantic Hearts
2. Come Dungeons Deep On Gallows Grim
3. Dirty Needles
4. Fire In Your Lugs
5. The Scavenger
6. The Shakeoff
7. Carpe Diem
8. Of Imposition And Instinct

Attack! Vipers! & Astpai

Split

VÖ: 08.09.2008
Label: We Hate Records
Web: http://www.myspace.com/attackvipers

Split-Scheiben bergen so machen Vorteil, beispielsweise muss man als Band nicht viele Songs zusammenbasteln, um auf dem Neuveröffentlichungsmarkt in Erscheinung treten zu können und gleichzeitig dem Vorwurf zu entgehen, man möchte seiner Anhängerschaft zwischendurch noch einmal ein paar Zahlungsmittel aus der Tasche ziehen. Darüber hinaus lassen sich eher unbekannte Künstler bestens publik machen, wenn sich einer der Beteiligten schon einen guten Namen erarbeitet hat.

In meinem Fall übernimmt Astpai die Rolle des Antreibers in Bezug auf die vorliegende Veröffentlichung. Zwar konnten die Österreicher mich bis heute nicht wirklich als Fan gewinnen, dennoch ist mir ihr schneller und aggressiver Punkrock keineswegs unbekannt, was als Führungsqualität auch schon ausreicht, sagten mir ihre Mitstreiter von Attack! Vipers! Bis dato rein gar nichts. Dies hat sich nun geändert, denn mittels der Split-EP auf We Heart Records erhielten die Engländer eine Gelegenheit, mir ihre Musik schmackhaft zu machen – mit mäßigem Erfolg. Orientiert am vertrackten bis chaotischen Hardcore der Marke Converge offenbaren sie vier schwere Brocken, die sich nicht einfach hören lassen, sondern ergriffen werden müssen. Darin mag sicherlich das Hauptaugenmerk dieses Genres liegen, dennoch schmälert die immense Komplexität und die verzweifelte Stimmung von Songs wie „Atlantic Hearts“ gewaltig das Hörvergnügen.

Anders ergeht es den Trommelfellen bei Astpai. Die vier Österreicher bleiben dem Punkrock beziehungsweise dem melodischen Hardcore – in diesem Falle entpuppen sich die Grenzen als durchaus fließend – in der Schnittmenge von Kid Dynamite und None More Black treu, zeigen sich allerdings im Vergleich zu vorherigen Veröffentlichungen deutlich gereift. Hier entdecke ich eine Band, die in einer qualitativ vergleichsweise dünn besiedelten Stilrichtung eine wichtige Rolle spielen kann.

Übrig bleibt die Frage, ob es viel Sinn ergibt, wenn zwei Bands, die die Stromgitarren auf derart unterschiedliche Weise handhaben, sich ein Album teilen. Im Grunde gleichen die insgesamt 23 Minuten einer Schatzsuche: Nachdem sich die Suchenden mit schwerem Gerät durch den dichten Dschungel namens Attack! Vipers! geschlagen haben, gelangen sie an den Schatz in Form von vier Astpai-Songs.

25.01.2009 Jack