Tonträger

Tracklist

1. Leave Us Alone
2. Misery And Remedy
3. Confusion Is Gone
4. About The Genuine Faith
5. Stuck
6. Clueless
7. It’s All Broken
8. Footsteps
9. Dead End Street
10. Late Insight
11. Sunrise On Drugs

SUNSETDOWN

Put The Pedal To The Metal

VÖ: 31.01.2009
Label: Bret Hard Records
Web: http://www.myspace.com/sunsetdown

Vollgasjunkies sollten genau jetzt ihre Ohren spitzen, denn Sunsetdown läuten das frische Jahr mit ihrem Debütalbum ein. Nachdem die vorangegangene EP „Don’t Remain In Better Days“ sich nicht dazu eignete, um der Egide des melodischen Hardcores das Wasser zu reichen, sollte – und musste – im Zuge des ersten Werkes in voller Länge noch eine Menge geschraubt und gebastelt werden. Das Ergebnis trägt den viel versprechenden Namen „Put The Pedal To The Metal“. Dahinter verbirgt sich eine deutliche Nachricht: Während andere behutsam mit dem Gaspedal spielen, treten Sunsetdown es auf direktem Wege durch das Bodenblech.

Die Tatsache, dass die Promotionsabteilung der vier Kölner in unmittelbarer Nähe zu den Veteranen von Lagwagon ansiedelt, zeigt, dass Frontmann Peter Bellingradt und seine Mitstreiter mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein an die Sache herangehen. Bei der sehr durchschnittlichen Leistung von „Don’t Remain In Better Days“ hätte es ob des doch stark hinkenden Vergleiches noch zahlreiche gezeigte Vögel gehagelt, nach der halben Stunde Musik auf „Put The Pedal To The Metal“ sieht die ganze Sache erheblich anders aus.

Eröffnet wird das Album von einem Kavaliersstart namens „Leave Us Alone“. Bei irrem Tempo blicken sich ein Wutausbruch und eine Melodie tief in die Augen und verständigen sich sofort darauf, den gesamten Hochgeschwindigkeitstrip gemeinsam durchzuziehen. Dieses Vorhaben wird durch sämtliche elf Songs konsequent durchgezogen. Nur selten gönnen Sunsetdown den Hörern – wie bei „Stuck“ – einen Verschnaufer in Form von langsamen Instrumental-Passagen, ansonsten regiert die Vorgehensweise, wie sie einfachere A Wilhelm Scream oder Strung Out zu Zeiten von „Suburban Teenage Wasteland Blues“ bevorzugten. Mit diesen kann sich die deutsche Nachwuchscombo zwar noch nicht ganz messen, dennoch hat das Quartett einen enormen Schritt in die richtige Richtung gemacht, was auch für die Produktion gilt, die Martin Buchwalter im Gernhart Studio, in dem in der Vergangenheit bereits Künstler wie Fire In The Attic oder Tankard unterkamen, anzurechnen ist.

Dank „Put The Pedal To The Metal“ ist mit Sunsetdown in Zukunft stark zu rechnen, und wenn die wenigen nachhilfebedürftigen Momente zudem noch vermieden werden, dann dürfen sich die Kölner in den Kreis der großen Skatepunk-Formationen berufen fühlen. Lehrjahre sind eben keine Herrenjahre.

23.01.2009 Jack